Schiffsfonds und die moderne Piraterie
95 Prozent des internationalen Handels mit Waren wird über den Seeweg abgewickelt. Kein Wunder ist die Beteiligung an einem Schiff für viele Anleger interessant. Aber ist sie auch sinnvoll in Zeiten der Piraterie?
Die Weltmeere sind voll von Schiffen. Das liegt daran, dass 95 Prozent des internationalen Warenverkehrs über den Seeweg abgewickelt wird. Das haben neben den Anlegern, die einen hübschen Gewinn riechen, genauso für sich erkannt wie moderne Piraten, die z. B. vor der Küste Somalias ihr Unwesen treiben. Experten vermuten, dass die Piraterie auf den Weltmeeren in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Gerade Anleger, die auf Schiffsfonds gesetzt haben oder noch in sie investieren möchten, machen sich jetzt Sorgen.
Was ist eine Schiffsbeteiligung
Zunächst einmal muss man wissen, ein Schiffsfond bzw. eine Schiffsbeteiligung ist ein geschlossener Fond. Das bedeutet für Anleger, dass nur in einem Platzierungszeitraum (Vertriebsstart bis Schließung des Fonds) investiert werden kann. Er dauert in der Regel drei Monate bis ein Jahr. Der Anteilseigner an einem geschlossenen Fond wird zum Unternehmer und trägt natürlich auch Chancen und Risiken. Was bedeutet das gerade im Falle von einer Entführung des Containerschiffs, an dem man sich beteiligt hat?
Auf Finanzstärke setzen
Die Piraten sind auf Bares aus – am besten in Form von Lösegeld. Für den Reeder und die Schiffsgesellschaft bedeutet das Ausgaben in enormer Höhe. Die zum Teil sehr brutalen Verbrecher sind nicht auf Kleingeld, sondern auf hohe Beträge in kleinen Scheinen aus. Gut für den Anteilseigner ist, dass die Lösegeldzahlung von der Schiffsversicherung übernommen wird. Kein Problem also für Schiffsfond-Anleger? Schwierig wird es meist dadurch, dass die Versicherungen erst dann bezahlen, wenn das Schiff wieder in sicheren Händen ist. Und selbst dann kann sich die Zahlung – man kennt das ja – noch bis zu einem Jahr hinziehen. Und dieser Zeitraum muss finanziell überbrückt werden. Für Anleger gilt deshalb, sich finanzstarke und gut vernetzte Emissionshäuser für ihre Investition zu suchen. Denn wer in die Fänge von Piraten gerät, zahlt am Ende drauf – und sei es auch nur durch einen Liquiditätsengpass.
Verkauf geschlossene Fonds wie Schiffsbeteiligungen
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