Schenken statt vererben – neues Erbrecht

Schenkungen werden nach dem neuen Erbrecht ab 01.01.2010 nun nach dem sogenannten Abschmelzungsmodell im Pflichtteil verrechnet, was frühe Schenkungen zu Lebzeiten für die Erblasser attraktiver macht.

Anzeige / Inserat

Das Erbrecht wurde reformiert und einzelne Paragraphen abgeändert. Ab 01. Januar 2010 gelten auch neue Regelungen zu Schenkungen, denn wer etwa zu vererben hat, sollte sich überlegen, ob er dies nicht zu Lebzeiten tut.

Erbschaftsreform

Der neue Teil der Erbschaftsreform, der die Schenkungen betrifft und Erblassen mehr Freiheiten zu Schenkungen zu ihren Lebzeiten beschert, nennt sich Abschmelzungsmodell beim Pflichtleistungsergänzungsanspruch und wird von Fachleuten als positiv bewertet. Bisher galt, dass all das, was zehn Jahre oder länger vor dem Tod des Erblassers verschenkt wurde, nicht in die Berechnung des Pflichtteils einbezogen wurde, während alle Schenkungen innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Tod berücksichtigt wurden. Statt der starren Fristen gibt es nun eine gleitendende Ausschlussfrist, oder wie es jetzt in der Fachsprache heißt, das Abschmelzungsmodell. Dies soll den Erblassern die Entscheidung eine Schenkung auch frühzeitig zu machen, erleichtern.

Berechnung des Pflichtteils

Von Schenkungen neuneinhalb Jahre vor dem Tod werden nun zehn Prozent der Schenkungssumme in der Berechnung des Pflichtteils berücksichtigt. Fand die Schenkung erst ein halbes Jahr vor dem Tod statt, so werden 90 Prozent berechnet. Liegt die Schenkung zehn Jahr oder länger zurück, so wird sie gar nicht mehr einberechnet. Berechtigt für einen Pflichtteil sind die direkten Abkömmlinge, also Kinder, Enkel und Urenkel sowie deren Ehepartner. Falls die Kinder vor den Eltern sterben, so sind die Eltern pflichtteilberechtigt. Der Pflichtteil wird aus zwei Teilen berechnet, nämlich dem Nachlass und der Schenkung.

Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...