Schadensfall bei Probefahrt – Gebrauchtwagen privat kaufen

Trotz Autohäusern, die Gebrauchtwagen in Zahlung nehmen, gibt es heute doch immer noch Privatverkäufe von PKWs. Eine Probefahrt gehört natürlich dazu. Ein Unfall nicht. Wer zahlt eigentlich im Schadensfall?

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500 Euro sollte das kleine, rote Auto kosten. Das war selbst für die kleine Auszubildende bezahlbar. Außerdem, so kurz nach dem Führerschein ist klein und alt auch durchaus sinnvoll. Ahnung hatte sie natürlich keine. Klar war aber selbst für sie: Eine Probefahrt muss sein. Der Verkäufer hatte nichts dagegen; also schwang sich die Blondine hinters Lenkrad. Kupplung, erster Gang, Handbremse lösen, Gas geben – so hatte die Fahranfängerin es in der Fahrschule gelernt. Der Hopser, das Klirren und der Schrei des Fahrzeughalters gehörten allerdings nicht zum Lehrstoff. Gelernt hatte sie – wie viele andere auch – nicht, wer im Unfallsfall bei der Probefahrt für den Schaden aufkommt.

Mit Rückzahlung rechnen

Unabhängig vom Fahrer ist in der Regel die Haftpflichtversicherung des Autos in der Leistungspflicht. Im Klartext bedeutet das, dass die Versicherung des Verkäufers und Halters des Fahrzeugs für die Unfallkosten aufzukommen hat, da die Verfügungsgewalt im Sinne des Versicherungsvertrages beim berechtigten Fahrzeugführer liegt. Damit geht natürlich auch der Schadenfreiheitsrabatt des Versicherungsnehmers flöten. Schwieriger wird es, wenn im Versicherungsvertrag bestimmte Personen zum Fahren mit dem Auto eingetragen wurden. Selbst dann trägt zwar der Versicherer erstmal die Schadenskosten, er wird aber ganz sicher – meist mit Erfolg – versuchen den unberechtigten Fahrer zur Rückzahlung der Leistungen zu verpflichten.

Auf Nummer Sicher

Wer auf Nummer Sicher gehen will, klärt vor Antritt der Probefahrt, wie im Falle eines Falles verfahren werden soll. Einzelne Punkte sind neben den Fahrzeug- und Personendaten z. B. der tatsächliche Versicherungsschutz des Autos, wer haftet für steigende Versicherungsprämien im Schadensfall, wie wird der Wertverlust des KFZs durch einen Unfall ausgeglichen. Alle Vereinbarungen sollten schriftlich festgehalten werden und von beiden Seiten unterschrieben sein. Fertige Formulare gibt es im Netz oder den bekannten Automobilclubs (z. B. ADAC).

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