Säumigen Zahlern vom Zusatzbeitrag droht Eintreibung

Wer bis jetzt seine Zusatzbeiträge bei den gesetzlichen Kassen nicht gezahlt hat, der sollte sich sputen. Die Kassen verstehen keinen Spaß mehr und wollen die Beiträge jetzt eintreiben lassen.

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Seit 2010 gibt es die so genannten Zusatzbeiträge. Diese werden von gesetzlichen Krankenversicherern dann erhoben, wenn sie ihre Kosten über den Gesundheitsfonds nicht mehr decken können. In der Regel liegen die Beiträge bei derzeit ca. acht Euro monatlich. Mit der Gesundheitsreform 2011 können diese aber auch noch deutlich steigen. Denn eine Deckelung, die die Höhe deutlich begrenzten gibt es seit diesem Jahr nicht mehr.


Unwissenheit schützt vor Strafe nicht

Viele Versicherte haben diesen Beitrag bisher nicht bezahlt. Sehr zum Leidwesen der einfordernden Krankenkassen. Neben dem puren Unwillen der Versicherten ist hier auch Unwissen eine Ursache für die mangelnde Zahlungsmoral. Denn im Gegensatz zur Praxisgebühr, die direkt beim Arzt bezahlt werden muss oder der normalen Beiträge, die automatisch vom Bruttogehalt eingezogen werden, muss der Zusatzbeitrag vom Versicherten entweder selbst überwiesen werden oder über einen separaten Dauerauftrag bzw. eine Einzugsermächtigung erbracht werden.

Daten sind schon weitergeleitet

Unabhängig davon, ob man nun willentlich oder aus Unwissenheit bisher nicht bezahlt hat, die Krankenversicherer verstehen jetzt keinen Spaß mehr. Sie wollen schlicht ihr Geld. Vereinzelt haben deshalb gesetzliche Versicherer Daten nun an die Hauptzollämter weitergeleitet, die nun die Geldeintreibung in die Hand nehmen sollen. Das ist unangenehm für die Betroffenen und kostet wiederum Geld. Außerdem können die Versicherungsgesellschaften seit diesem Jahr auch Säumniszuschläge geltend machen. In nicht ganz unbeträchtlichem Rahmen übrigens. Von zusätzlichen Kosten ab mindestens 20 Euro bis zu dem dreifachen Satz des Zusatzbeitrags ist hier die Rede. Und: Unwissen schützt vor Strafe auch in diesem Fall nicht. Wer den Zusatzbeitrag nicht zahlen möchte, sollte lieber die Versicherung wechseln. Das ist dann mit dem Sonderkündigungsrecht unkompliziert möglich, wenn der Versicherer erstmalig einen Zusatzbeitrag erhebt oder ihn erhöht.

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