Rückgaberecht auch beim Teleshopping

Vom Abendkleid bis zum Zungenreiniger gibt es im Fernsehen wirklich alles zu kaufen. Aber hat der Teleshopping-Kunde eigentlich auch ein Rückgaberecht? Ja!

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Egal zu welcher Uhrzeit man den Fernseher einschaltet, das Teleshopping ist irgendwo immer möglich. Da werden Abendkleider und passende Schuhe sowie der Schmuck, entsprechendes Make-up plus die passende Umhängetasche verhökert. Aber auch der kauffreudige Herr muss nicht auf sein Angebot verzichten. Die Original-Home-Zapfanlage für das frische Pils zum Bundesligastart auf dem neuen Flachbildfernseher für nur 500 Monatsraten à 39 Euro versandkostenfrei ist sein persönliches Super-Schnäppchen.


Billiger Schund statt High-Class-Ware

Wenn nach wochenlangem Warten die ersehnte Galarobe mit Zubehör und der Home-Entertainment-Center inklusive Durstlöscher endlich ankommt, kommt so mancher Kunde auch zur Besinnung. Denn bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der vermeintliche Preisknüller als billiger Knaller. Zwar wurde die Ware tatsächlich versandkostenfrei verschickt, allerdings wurden Zusatzkosten berechnet, die kein Mensch erwartet hat und außerdem war das versprochene High-Class-Produkt nur ein Zweite-Wahl-Artikel. Wer jetzt von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen will, stößt schnell auf Widerstand. Denn natürlich ist beim Teleshopping die Rückgabe der Ware nicht erwünscht. Entsprechend werden dem Verbraucher im Falle eines Rückversandes die unterschiedlichsten Kosten aufgebrummt, die Vorgaben zur korrekten Rückgabe der Ware sind fast schon geldschneiderisch.

Keine Gebühren erlaubt

Hat man das alles geleistet, und der miese Fernseher ist zusammen mit dem billigen Fummel und seinen Accessoires endlich wieder im Lager des Fernseh-Verkäufers, steht dem Verbraucher schon der nächste Ärger ins Haus. Denn von einer Auszahlung des schon bezahlten Preises sieht der Verkäufer meist ab. Nein, er verteilt großzügig Gutschriften für die nächste Bestellung in seinem kleinen, aber unfeinen Teleshop. Das muss man sich zum Glück nicht gefallen lassen. Denn laut Fernabsatzgesetz hat auch der Fernsehkunde selbstverständlich ein zweiwöchiges Widerrufsrecht. Und das sollte man nutzen, rät der Jurist Thomas Bradler (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen): „Der sicherste Weg des Widerrufs ist, das Produkt zu nehmen und in ein Paket zu packen. Dazu einen Brief schreiben, dass man den Vertrag widerruft, und beides per Einschreiben mit Rückschein an den Anbieter zurückzusenden.“ Zusätzliche Gebühren wie z. B. eine Versandkostenpauschale darf in diesem Fall nicht anfallen.

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