Riester-Vermögen vererben muss man können

Viele Deutsche riestern heute, um fürs Alter vorzusorgen. Was aber, wenn das Schicksal was anderes vorhat und man die Rente nicht erlebt? Wer sein Riester-Vermögen vererben will, muss einiges bedenken. Denn nicht alles kommt den Hinterbliebenen zu Gute.

Anzeige / Inserat

Riestern liegt nach wie vor im Trend. Auch wenn die Zahlen derer, die in die staatlich geförderte Altersvorsorge vertrauen, in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat. Trotz aller durchaus gebotenen Wachsamkeit, ist die
Riester-Rente natürlich eine gute Sache. So hat man zweimal Vorteile durch diese Geldanlage: Auf der einen Seite bekommt man direkte Zulagen vom Staat, auf der anderen erhält man zusätzlich auch noch Steuervorteile. Aber, jede Medaille hat zwei Seiten. So auch das Riestern. Wer sein so angehäuftes Vermögen vererben möchte, muss so einiges beachten, damit die Hinterbliebenen nicht leer ausgehen.

Nur Ehegatten bekommen alles

Es gibt ja ganz unterschiedliche Riester-Formen. Besonders bekannt ist sicher das Bank-Riestern oder das Riester-Fond-Sparen. Hier ist die Erbschaftsregelung besonders klar. Wer vor dem Erreichen des 85. Lebensjahres aus dem Leben und dem Riester-Vertrag scheidet, vererbt sein Riester-Vermögen; allerdings fallen die Zulagen und steuerlichen Vergünstigungen vollständig weg. Geht man erst nach dem 85. Geburtstag den Weg alles Irdischen erlischt der Erbanspruch für die Nachfahren. Grundsätzlich gilt übrigens, dass direkte Angehörige wie Ehegatten (nicht getrennt) und Kinder erbtechnisch mehr ausbezahlt bekommen, als andere Erbberechtigte, die sich mit Abschlägen abfinden müssen.

Bei Versicherungen wird’s komplex

Schwieriger zu durchschauen ist die Erblage bei Riester-Versicherungen. Wer überhaupt was vererben möchte, sollte vor dem Vertragsabschluss auf jeden Fall auf eine Rentengarantiezeit bestehen, sonst gehen die Erben alle komplett leer aus und der Versicherer füllt stattdessen seine Taschen. Zwar kostet die Vereinbarungen meist Geld in Form von höheren Beitragszahlungen oder auch niedrigeren Rentenauszahlungen, aber wer vererben will, hat meist keine andere Wahl. Je nachdem für wie lange die Rentengarantiezeit vereinbart wird (meist fünf bis zehn Jahre), erhält die oder der Begünstigte die Rentenauszahlungen im Todesfall während der Auszahlphase. Stirbt der Versicherte nach der vereinbarten Zeit, gucken die Begünstigten in die Röhre.

Staatliche Förderungen könnten wegfallen

Ganz anders ist es wieder, wenn der Riester-Rentner noch vor der Rente während der Einzahlphase dahinscheidet. Dann wird die eingezahlte Summe ausgezahlt. Vollständigkeit kann aber hier nur der Ehepartner erwarten, der die Kohle auch wieder riestert. Will der Erbe das nicht, muss er Kapitalertrags- und Erbschaftssteuer zahlen. Ist der Erbe nicht der Ehepartner fallen bei dem vererbten Riester-Vermögen alle staatlichen Förderungen weg. Ausgezahlt wird lediglich die finanzielle Eigenleistung des verstorbenen Riesterers.


Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...