Riester-Renten Reform

Dass die Riester-Rente nach 10 Jahren dringend mal einer Reform bedarf nie so sichtbar gewesen wie in den letzten Monaten als viele Riester Sparern ohne Vorwarnung die Zulagen von ihren Konten zurückgebucht wurde weil sie angeblich nicht mehr förderfähig seien.

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Die Riester-Rente gerät zunehmend in Kritik, vor allem da die Bürokratie und die Inflexibilität oftmals für einen normalen Menschen schwer zu verstehen und nach zu vollziehen ist. Für all die Menschen die trotz der 10 Jahre Riester Rente in Deutschland noch keine Ahnung haben worum es geht hier nochmal eine kurze grobe Zusammenfassung.

Inhalt

Die Riester-Rente ist eine, durch Zulagen und Sonderausgaben-Abzugsmöglichkeiten, vom Staat geförderte, privat finanzierte Rente. Grundlage hierfür ist das Altersvermögensgesetz (siehe § 10a Einkommensteuergesetz). Diese Rente verdanken wir dem ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Walter Riester. Anlass war die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung 2000/2001 als das Rentenniveau des Durchschnittsrentners, der 45 Jahre Sozialversicherungsbeiträge eingezahlt hatte, von 70 auf 67% reduziert wurde. Das Altersvermögensgesetz sollte den, durch die Kürzung der Eck-Rente entstehenden Versorgungslücken, und somit dem sinkenden Rentenniveau vorbeugen. Unter bestimmten Voraussetzungen wird demzufolge die private Altersvorsorge in Deutschland seit 2002 durch Steuervergünstigungen gefördert.

Beitrag und Zulagen

Die Förderung ist abhängig von der Höhe der Jährlichen Aufwendungen. Nur wer den Mindestbeitrag in den Rentenvertrag(Riester-Vertrag) einzahlt, erhält die volle Zulage. Der Mindestbeitrag ist ein bestimmter Prozentsatz des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens. Die Förderung besteht aus, 154 Euro Grundzulage, 185 Euro je Kind Kinderzulage. Für ein Kind das nach dem 31.12.2007 geboren wurde erhöht sich die Kinderzulage auf 300,- Euro. Wer weniger als den Mindestsatz einzahlt, dem werden die Zulagen anteilig gekürzt. Bestimmte Personengruppen sind allerdings ausgeschlossen. Dies sind, unter anderem, Selbstständige, wenn sie nicht rentenversichert sind. Bezieher einer Vollrente, Geringfügig Beschäftigte oder Pensionäre.

Riester-Rente Pro

Es ist klar dass die Riester Rente keine Schlechte Sache ist. Nicht umsonst setzen 14 Millionen Deutsche auf diese Form der Altersvorsorge. Vorteile sind unter Anderem Folgende: Die Riester Rente ist eine, Staatlich gefördert Relativ sichere Anlageform. Zudem bleibt das Vermögen, das sich in einem Riester-Vertrag befindet, bei längerer Arbeitslosigkeit, bei der Anrechnung von Vermögen unberücksichtigt. Außerdem gelten strenge Verbraucherschutzvorschriften.

Riester-Rente Kontra

Allerdings gibt es auch ein paar Haken die oftmals nicht genug beachtet werden. Zu denen zählt die fehlende Transparenz: man weiß nicht worin der Staat das Angesparte Geld investiert. Auch sollte beachtet werden dass die Inflation einen Teil des Ersparten kosten könnte. Hohe Gebühren bei Abschluss eines Riester-Vertrages sind noch ein Manko. Noch ein Punkt der viele Menschen stört, ist außerdem, dass Teilauszahlungen und laufende Rentenzahlungen steuerpflichtig sind.


Reform dringend nötig

Leider sind aber die Vorgaben und Regeln oftmals so undurchsichtig und die Riester Sparer so schlecht informiert dass sie ihr Erspartes unbeabsichtigt riskieren indem sie vergessen veränderte Umstände zu melden oder Fehler beim Abschluss des Vertrages machen. Das wurde jetzt vor allem deutlich als der Bund eine halbe Milliarde Euro wegen Unregelmäßigkeiten zurückforderte ohne den Betroffenen die Möglichkeit zu bieten den Fehler zu korrigieren. Auch wir berichteten schon darüber. Ein Lichtblick in dem Riester Wirrwarr ist wenigstens das die Regierung endlich reagieren, und laut Koalitionsvertrag die Regeln „entbürokratisieren und flexibilisieren“, will. Zwar ist wie immer die Finanzierbarkeit des Vorhabens ein Problem, aber immerhin dürfen wir auf einen Reformvorschlag im Herbst hoffen.


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