Rentenversicherungspflicht für Selbstständige – Politik

Immer mehr Menschen in Deutschland machen sich selbstständig. Viele dieser Unternehmer sind allerdings nicht rentenversichert. Das soll sich jetzt ändern. Die CDU-Ministerin Ursula von der Leyen will eine „Altersvorsorgepflicht für selbstständig tätige Erwerbspersonen“ einführen.

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Immer mehr Menschen in Deutschland machen sich selbstständig. Klar, statt für 6,50 Euro irgendwo zu malochen, kann man auch selbst und ständig in die eigene Tasche wirtschaften. Viele dieser Unternehmer sind allerdings nicht für die Zukunft, speziell für’s Alter, abgesichert. Das soll sich jetzt ändern. Die CDU-Ministerin Ursula von der Leyen will eine „Altersvorsorgepflicht für selbstständig tätige Erwerbspersonen“ einführen.

Der Schrecken vor dem Alter

Die Friseurin aus Karlsruhe hat sich nach vielen Jahren der angestellten Berufstätigkeit gerade erst selbstständig gemacht. Bedenkt man, wie viele Friseursalons in unseren Groß- und Kleinstädten Haus an Haus stehen, kein einfaches Unterfangen. Nichtsdestotrotz hat die 50jährige Mitarbeiter eingestellt und arbeitet so viel wie möglich, um ihren Lebensunterhalt und den ihrer Angestellten zu sichern. An zusätzliche Ausgaben, wie z. B. eine angemessene Altersvorsorge ist zumindest im Augenblick nicht zu denken. Und da kommt die Politik und will sie zwingen, für die Rente vorzusorgen, an die die Selbstständige ohnehin mit Schrecken denkt.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Natürlich – und das steht außer Frage – ist die Altersarmut ein Schreckgespenst, dass den Politikern und den Bürgern unseres Landes derzeit kaum aus dem Sinn geht. Insofern ist es nur zu verständlich, dass jeder so gut er kann, versucht, hier vorzubeugen. Besonders bedroht sind in der Tat Selbstständige, die nicht über berufsständische Versorgungswerke wie z. B. Ärzte, Architekten oder die Künstlersozialkasse wie z. B. freie Journalisten oder Graphiker abgesichert sind. Für sie soll jetzt eine Vorsorgepflicht die größte Gefahr bannen. Geplant ist dabei, dass die Selbstständigen frei entscheiden können, wie sie hier vorsorgen wollen. Nur, wer nicht nachweisen kann, dass er eine private Renten- oder Lebensversicherung abgeschlossen hat, soll in die gesetzliche Rentenversicherung gezwungen werden. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel: Diese sind Personen, die bei Einführung der Maßnahme das 50. Lebensjahr überschritten haben sowie Menschen, die weniger als 400 Euro monatlich verdienen. Die Karlsruher Friseurin kann also aufatmen.


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