Reiseunternehmen pleite? Verbraucher haben jetzt mehr Rechte

Viele Urlauber planen ihre Reise im Voraus. Was aber tun, wenn das Reiseunternehmen bis zum Reiseantritt pleite geht oder man einem Betrüger aufgesessen ist? Der Europäische Gerichtshof hat grundsätzlich entschieden, dass Verbraucher jetzt mehr Rechte haben, wenn das Reiseunternehmen pleite ist.

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Viele Urlauber planen die schönste Zeit des Jahres oft lange im Voraus. Immer wieder kommt es aber vor, dass die Reiseunternehmen bis zum Reiseantritt pleite gehen oder aber man einem Betrüger aufgesessen ist. Bisher gingen die enttäuschten Reisenden oft leer aus. Kein Ersatz der Reisekosten, keine Übernahme der Rückreisekosten. Jetzt wird das anders. Der Europäische Gerichtshof hat grundsätzlich entschieden, dass Verbraucher jetzt mehr Rechte haben, wenn das Reiseunternehmen pleite ist.

Betrüger unter sich

Wenn eine Reise ins Wasser fällt, weil das Reiseunternehmen pleite geht, guckten die enttäuschten Urlauber oft in die Röhre. Vor allem dann, wenn der Veranstalter gar nicht vorhatte eine Reise durchzuführen, sondern die Kunden nur an der Nase herumgeführt hat, um möglichst viel Geld zu verdienen. So erging es einem Ehepaar, das eine Pauschalreise gebucht, aber nie angetreten hat, weil sie schlicht niemals stattfand. Der Veranstalter meldete einfach Insolvenz an – in betrügerischer Absicht, wie schnell klar wurde.

Schutzfunktion des Reisesicherungsscheins greift

Das Ehepaar wollte von der Versicherung des „kriminellen“ Reiseveranstalters die Reisekosten zurückerstattet haben. Die wollte natürlich nicht zahlen. Die Begründung: Schließlich sei der Veranstalter nicht einfach pleite gegangen, sondern habe betrogen und damit würde der Schutz der Reisenden vor der Pleite des Veranstalters durch die Versicherung nicht greifen. Der Europäische Gerichtshof sah das anders, weshalb Verbraucher jetzt im Pleitefall eines Reiseveranstalters mehr Rechte hat. Das Grundsatzurteil: Die Schutzfunktion des Reisesicherungsscheins, der dem Reisenden bei der Reisebuchung ausgehändigt wird, greift in jedem Fall der Pleite.

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