Prüfungsangst bei Versicherungsabschluss nicht verschweigen

Prüfungsangst ist ein weitverbreitetes Problem. Wer deshalb vom Arzt krankgeschrieben wurde, sollte das bei dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht verschweigen.

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Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit? Der Lehrer betrat das Zimmer, Klassenarbeitshefte in der Hand. „Bücher vom Tisch! Stifte raus! Ihr habt zwei Stunden Zeit!“ Feuchte Hände, Schweißausbrüche, Übelkeit, Zittern, Kopfschmerz – schon allein der Gedanke an eine Klassenarbeit ließ und lässt so manchen Schüler körperlich und psychisch schlapp machen. Sie leiden unter Prüfungsangst.


Schweißnasse Hände und Übelkeit

Bei einigen Betroffenen ist die Angst vor Prüfungen so groß, dass sie sogar vom Arzt krankgeschrieben werden. Auch wenn man selbst die psychische und physische Reaktion auf den Teststress nicht wirklich als Krankheit bezeichnen würde. Und hier stellt sich dann ein Problem beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn wer bei Abschluss der Versicherung eine Krankschreibung wegen Prüfungsangst verschweigt, riskiert den Versicherungsschutz. So erging es einer Frau in Nordrhein-Westfalen.

Anzeigepflicht-Verletzung

Ein Fall, der vor dem Landgericht Dortmund landete. Eine junge Frau schloss bei ihrer Mutter, die als Versicherungsmaklerin arbeitete eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Den Antrag füllte die Mutter selbst aus. Bei den Gesundheitsfragen erwähnte sie eine Krankschreibung der Tochter wegen Prüfungsangst im vorangegangenen Jahr nicht. Als die Versicherte dann Leistungsansprüche geltend machen wollte, erfuhr der Versicherer nach einer Überprüfung von der Krankschreibung und trat wegen arglistiger Täuschung von Seiten der Versicherungsnehmerin vom Vertrag zurück. Die Versicherte klagte und verlor. Denn in den üblichen Gesundheitsfragen hätte die Klägerin – oder eben ihre Mutter – die Krankschreibung erwähnen müssen. Durch die Unterlassung hat sich die Versicherte einer Anzeigepflicht-Verletzung schuldig gemacht. Die Versicherung unterlag daher keiner Leistungspflicht und konnte vom Vertrag zurücktreten (Az.: 2 O 380/10).

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