Prozente in der KFZ Versicherung

In der Bevölkerung werden in der KFZ Versicherung die Schadensfreiheitsklassen einfach Prozente genannt. Wird ein Unfall verursacht steigt man in den Prozenten, Beispiele wie hoch man steigen kann, findet man in diesem Artikel, allerdings kann die Rückstufung je nach Versicherung unterschiedlich sein. Zusätzlich gibt es Informationen hier, wie und ob das mit dem Übertragen der Prozente zum Beispiel von Eltern auf Kinder funktioniert.

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Wieviele Prozente muss ich für meine KFZ Versicherung bezahlen, fragen sie sich bestimmt jedes Jahr und ganz sicher nach einem Schaden.

„Prozente“ sind im Versicherungsdeutsch der Schadensfreiheitsrabatt, der in den meisten KFZ Versicherungsverträgen mit der Abkürzung SF beginnt.

Diese Schadensfreiheitsrabatte und die Rückstufung nach einem Unfall kann jeder Versicherer in seinen Tarifkonditionen frei gestalten. Die Schadensfreinheits Klassen jedoch sind gesetzlich vorgeschrieben.

Wir bringen hier zuerst eine Prozent-Tabelle, die für die meisten KFZ Versicherer gilt.
Danach Rechenbeispiele wie sich eine Rückstufung für die Prämienhöhe auswirken kann.

Einstufung der Schadensfreiheitsklassen
HaftpflichtVollkasko
SF 25 bis SF 2230 %SF 25 bis SF 2330 %
SF 21 bis SF 1635 %SF 22 bis SF 1835 %
SF 15 bis SF 1240 %SF 17 bis SF 1440 %
SF 11 bis SF 945 %SF 13 bis SF 1145 %
SF 8 bis SF 750 %SF 10 bis SF 950 %
SF 6 bis SF 555 %SF 855 %
SF 460 %SF 7 bis SF 660 %
SF 370 %SF 565 %
SF 285 %SF 470 %
SF 1100 %SF 380 %
SF 1/2140 %SF 285 %
O230 %SF 1100 %
M245 %SF 1/2115 %
  O125 %
  M160 %

Höhe der Rückstufung unterschiedlich

Leider haben da einige Versicherer in ihren Bedingungen eine viel höhere Rückstufung als andere Versicherer stehen.

Nach einem Unfall wird die KFZ Versicherung zum Beispiel von SF 10 auf SF 4 zurückgestuft eine andere stuft aber nur auf SF 5 zurück. Daher müssen sie sich bei jeder Versicherung die Tarfifkonditionen sehr genau ansehen. Dies kann ihnen viel Geld ersparen.

zahlt es sich aus jeden Schaden bei der Versicherung zu melden

Fiktives Beispiel, damit sie selbst nachrechnen können.

Damit sich’s leichter rechnet, geh ich davon aus, dass sie in SF 1 (100 %) 1000.-€ gezahlt haben.

Sie sind bei der Haftpflichtversicherung in SF 10 (45 %). Nun haben sie eine Unfall und werden um 6 Stufen zurückgestuft => SF 4 (60 %).

Sie brauchen nun wieder 6 Jahre damit sie wieder in SF 10 sind. Hätten sie aber keinen Unfall wären sie nach 6 Jahren in SF 16 (35 %) => das kostet viel Geld und nicht immer ist dies sinnvoll.

jeden Schaden melden oder was zahlt sich aus SF 1 (100 %) 1000.-€
Jahr€uro mit Schaden€uro ohne Schaden
Gesamt in 6 Jahren bezahlt3.600 €2.750 €
2011 -Unfalljahr450 € (SF 10)450 € (SF 10)
2012600 € (SF 4)450 € (SF 11)
2013550 € (SF 5)400 € (SF 12)
2014550 € (SF 6)400 € (SF 13)
2015500 € (SF 7)400 € (SF 14)
2016500 € (SF 8)400 € (SF 15)
2017450 € (SF 9)350 € (SF 16)
2018450 € (SF 10)350 € (SF 17)

Rückstufung nach zwei oder mehr Unfällen

Die Rückstufung der Prozente im oben genannten Beispiel basiert auf einem Unfall, wird im gleichen Jahr nochmal ein Unfall selbst verschuldet, wird die Rückstufung schon teilweise dramatisch.

Beispiele:
Von SF 20 nach einem Schaden zurück auf SF 9 nach zwei Schäden ==> auf SF 3
(das bedeutet nach einem Jahr von 35 Prozent auf 70 Prozent, einfach erklärt der Versicherungsbeitrag verdoppelt sich).

Von SF 10 nach einem Schaden zurück auf SF 4 nach zwei Schäden ==> SF 1
(das bedeutet nach einem Jahr von 45 Prozent auf 100 Prozent).

nochmals wiederholt:
Die Versicherungsgesellschaften stufen die SF Klassen und auch die Rückstufung im Schadensfall unterschiedlich ein, deshalb können die oben genannten Beispiele nicht für alle KFZ Versicherungen gelten. Die Rückstufungen im Schadensfall findet man in der Regel in der KFZ Versicherungspolice.

Übertragung der Prozente

Der Schadensfreiheitsrabatt kann unter bestimmten Umständen auch übertragen werden.

Die Übertragung an Verwandte ersten Grades (Kinder) ist eigentlich bei allen KFZ Versicherungen problemlos möglich. Meist nutzt man dazu die Prozente oder SF Klassen, die man sich mit dem Zweitwagen erfahren hat.

Aber wie immer gibt es einen Haken dabei…
Man kann dem Kind nur die SF Klasse übertragen, die es aufgrund seines Alters auch selbst erreicht haben könnte.
Sie haben am Zweitauto SF 24 => das bedeutet 24 Jahre unfallfrei gefahren. Der Sohn mit 28 Jahren kann das nicht erreicht haben, daher könnten sie ihm höchstens SF 10 übertragen.

Schwieriger kann es werden bei anderen Konstellationen. Wird die Übertragung von der einen KFZ Versicherung abgelehnt, fragen sie bei der nächsten Versicherung nach. Bei einigen KFZ Versicherer muss man ein Formular unterzeichnen, dass man das betreffende Auto überwiegend gefahren hat.


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