Privatpatient durch Basistarif

Viele Deutsche wären gerne privat krankenversichert. Leider stehen einem häufig die so genannten Gesundheitsfragen dabei im Wege. Seit 2009 gibt es aber den so genannten Basistarif. Der macht es auch Vorerkrankten möglich Privatpatient zu werden.

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Bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt mit meinem Sohn, wurde ich wieder mal höflich gefragt: “Ist ihr Kleiner denn privat versichert. Oder hat er wenigstens eine private Zusatzversicherung?” Da muss ich meist nur müde lächeln. Mit einem Herzfehler, einem Stoffwechseldefekt und Migräne, welcher private Versicherer wäre denn wahnsinnig genug, dass Risiko einzugehen, im Laufe des Lebens meines Nachwuchses für Behandlungen, Krankenhausaufenthalte, Untersuchungen und Reha richtig tief in die Unternehmenskasse greifen zu müssen. Also bleibt für meinen Sohn nur die gesetzliche Versicherung oder seit Januar 2009 die Mitgliedschaft in einer PKV im so genannten Basistarif.


Seit 2009 ist wechseln möglich

Wer heute in eine private Krankenversicherung wechseln will, muss zu allererst einmal einen Haufen Fragen beantworten. Ehrlich zu sein, lohnt hier, sonst geht es Ihnen wie der jungen Mutter, deren Tante eine private Zusatzversicherung für ihren Neffen abgeschlossen hat, ohne die bereits oben genannten Vorerkrankungen anzugeben. Die junge Mutter musste – nach einem ersten Einsatz der Privatkarte – beinahe 600 Euro für eine Untersuchung selbst übernehmen. Ärgerlich, aber erlaubt und üblich. Mitglied einer PKV zu werden und den gefürchteten Fragen auszuweichen, geht nur über den Basistarif, der Anfang 2009 eingeführt wurde.


So erhalten Sie Zutritt

Dieser Tarif löst den so genannten Standardtarif ab und wurde eingeführt, um allen nichtversicherten Menschen, den Zutritt zu einer privaten Krankenversicherung zu erleichtern. Der Basistarif entspricht in seinem Leistungsumfang und der Beitragshöhe (allerdings Höchstbeitrag) in etwa denen, der gesetzlichen Versicherungen. Den Beitrag senken, kann man z. B: durch Selbstbehaltsvereinbarungen. Auch bei finanziellen Schieflagen, kann der Beitrag gesenkt werden. Im Härtefall beteilitgt sich sogar die zuständige Behörde (z. B. die Arbeitsagentur) an den Kosten Wer bereits privat versichert ist und in den Basistarif wechseln will, kann dies allerdings nur, wenn der Versicherte über 55 Jahre alt ist, Rentenanspruch oder Hilfsbedürftigkeit besteht. Gesetzlich Versicherte können wechseln, wenn ihr Jahreseinkommen in den letzten drei Jahren über der Versicherungspflichtgrenze (2009 lag diese bei 48.600 Euro) lag. Diese Wechselfrist wird aber demnächst wieder verkürzt auf ein Jahr. Selbständige sowie Freiberufler oder Beamte können uneingeschränkt in die PKV wechseln, bei entsprechender Gesundheit sollte auf alle Fälle der Bassistarif vermieden werden.


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