Private Krankenversicherung künstliche Befruchtung wird bezahlt

Eine private Krankenversicherung muss die Kosten für eine künstliche Befruchtung übernehmen, auch wenn der Versicherte „nur“ eine eingeschränkte Zeugungsfähigkeit nachweisen kann.

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Bei eingeschränkter Zeugungsfähigkeit muss die private Krankenversicherung die Kosten übernehmen. Viele Paare wünschen sich, Eltern zu werden. Sie wollen Verantwortung übernehmen für ein eigenes Kind. Es mit Liebe aufziehen. Die Vorstellung endlich eine „richtige“ Familie zu sein, wird dann oft übermächtig, wenn es nicht gleich klappt mit dem Nachwuchs. Schlimm wird es erst richtig, wenn sich das Wunschkind allerdings auf Dauer nicht ankündigt. Dann bleibt nur der Weg zum Arzt.

Kinderlosigkeit durch Fruchtbarkeitsstörung

Der vorliegende Fall, war noch trauriger. Das Paar verlor ein Kind bereits im Frühstadium der Schwangerschaft. Natürlich wurden nach dieser Tragödie eine Reihe von Untersuchungen gemacht. Dabei stellte sich heraus, dass die Spermien des Mannes eine Anomalie aufwiesen. Die Anzahl der „normal“ geformten Spermien war sehr gering. Die Chance auf dem üblichen Weg ein Kind zu zeugen, war daher zumindest stark eingeschränkt. In der Folge auf dieses traumatische Ereignis und die wenig erfreulichen Untersuchungsergebnisse rieten die ins Vertrauen gezogene Ärzte dem Paar zu einer künstlichen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation). Leider ohne Erfolg. Zusätzlich belastend war dann auch die Ablehnung der privaten Krankenversicherung des Mannes, die Kosten für die bis zu diesem Zeitpunkt immerhin sechs Versuche zu übernehmen.


Recht für den Kläger
Daraufhin klagte der Mann.

Die Versicherung legte ihren Standpunkt klar. Sie erklärte, dass ein Versicherungsfall durch den Kläger nicht hinreichend bewiesen sei, ja, eine behandlungsbedürftige Erkrankung sei zu bestreiten, da seine Zeugungsfähigkeit ja nur eingeschränkt und nicht völlig ausgeschlossen wäre. Es sei durchaus möglich, dass auch die Frau ursächlich für den nichterfüllten Kinderwunsch sei. Das Gericht aber gab dem Kläger Recht. Konnte der Versicherte aufgrund verschiedener Untersuchungen doch nachweisen, dass seine Zeugungsfähigkeit eingeschränkt war, so dass es nicht notwendig sei, auch noch die Ursachen zu klären. Im Gegenteil: Die bedingungsgemäße Erkrankung sei somit erwiesen. Auch das die Kinderlosigkeit möglicherweise auch und zusätzlich auf eine Fruchtbarkeitsstörung der Ehefrau zurückzuführen sei, sei in diesem Fall nicht relevant. So entschieden die Richter des Bundesgerichtshofs, dass der private Krankenversicherer die Behandlungskosten übernehmen muss (Az.: IV ZR 187/07).


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