Privat Versicherte profitieren von Arzneimittelrabattierung

Mit der Gesundheitsreform wurde auch das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes kurz AMNOG verabschiedet. Jetzt gelten Medikamentenrabatte nicht mehr nur für gesetzlich Versicherte, auch Privatkassenmitglieder profitieren.

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Bis zum 27. Dezember 2010 konnten nur die gesetzlichen Kassen von Rabattverträgen mit Pharmafirmen profitieren. Dazu schlossen und schließen noch immer die Versicherungen mit den Medikamente produzierenden Unternehmen Vereinbarungen, wonach die jeweiligen Versicherten in der Hauptsache die entsprechenden Präparate in den Apotheken erhielten und erhalten. Die Ausgabe eines Wunschmedikaments war nur möglich, wenn der verschreibende Arzt eine medizinische Notwendigkeit sah. Für privat Versicherte gab es sowas nicht.

AMNOG und ZESAR

Seit Anfang 2011 ist das jetzt anders. Denn zwar sollte das AMNOG, das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes nur für die gesetzlichen Kassen gelten, nun sollen die Rabatte aber doch auch den privaten Versicherern zu Einsparungen verhelfen; was im Umkehrschluss dann auch den Versicherten zu Gute kommen wird. Allerdings musste – bevor das Rabattsystem auch beim Versicherten ankommt – erst eine neue Abrechnungstelle eingeführt werden. Aber jetzt geht’s los, denn jetzt gibt’s ZESAR.

Einsparungen von 300 Mio. Euro erwartet

Eine „zentrale Stelle zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten“ (kurz ZESAR) ist deshalb nötig, da der Abrechnungsmodus der Privaten ein anderer als der der Gesetzlichen ist. So wird der Rabatt bei gesetzlich Versicherten in der Apotheke gleich eingezogen, das heißt er zahlt weniger. Der privat Versicherte dagegen muss erstmal den Normalpreis bezahlen und reicht das Rezept dann wie gehabt bei der Versicherung ein.

Versicherte sollen profitieren

Allerdings muss die Apotheke jetzt streng darauf achten, die Apothekenkennzeichnung auf dem Rezept deutlich zu hinterlassen. Die so gesammelten Daten werden an Zesar weitergeleitet und kommen zum Schluss bei der zuständigen Pharmafirma als Sammelliste zum Rabattanspruch an. Außerdem achtet ZESAR auch darauf, dass die Einsparungen von geschätzten 300 Millionen Euro jährlich auch tatsächlich bei den Versicherern und Beihilfestellen ankommen. Die sich zukünftig selbst finanzierende Abrechnungsstelle wird anfangs noch von der zentralen Beihilfestelle des Bundes und dem PKV-Verband bezahlt.


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