PKV keine Rechnung einreichen – Einkommensteuer außergewöhnliche Belastungen

Auf Erstattungen von der PKV zu verzichten ist grundsätzlich möglich wenn man keine Rechnungen einreicht. Doch zu hoffen dass die Rückerstattung vom Finanzamt wahrscheinlich höher ausfällt, wegen den außergewöhnlichen Belastungen in der Einkommensteuer, der könnte aufs falsche Pferd gesetzt haben.

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Geld vom Fiskus zurück, gibt es nur, wenn man alle anderen Ansprüche ausgeschöpft hat. Zumindest ist das so bei privat Krankenversicherten. Wer hier auf Beitragsrückerstattungen verzichtet, um sich lieber mehr Geld vom Finanzamt zu holen, geht schlimmstenfalls leer aus. So hat das Finanzgericht Rheinland Pfalz entschieden.

Schlaues Pärchen

Ein Ehepaar aus Rheinland-Pfalz hielt sich für besonders schlau. Sie rechneten sich aus, dass es für sie günstiger kommt, wenn sie die ca. 5.000 Euro Kosten für Arztrechnungen nicht bei der privaten Krankenversicherung einreichten, sondern sie lieber als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommensteuer geltend machten. So würde die Rückzahlung für sie höher ausfallen. Entsprechend füllte das clevere Pärchen die Anträge aus. Und ärgerte sich, als das Finanzamt ihre Ansprüche nicht beachtete. Auch im Einspruchsverfahren hatten die Pfälzer keinen Erfolg. Also landete die Sache vor Gericht.

Der Versicherer ist zuständig

Aber auch hier verlor das Ehepaar. Weder der Antrag auf Aussetzung der Vollziehung hatte hier Erfolg noch folgte das Gericht dem Einwurf es handele sich bei dem Einkommensteuerbescheid um eine unbillige Härte. Im Gegenteil, von einem Härtefall sei nur zu sprechen, wenn der Antragsteller finanzielle Einbußen zu erleiden hätte. In diesem Fall konnte aber natürlich hiervon keine Rede sein. Da ja die Erstattung beim Versicherer nicht ausgeschöpft wurde. Wer hier versuche, sich durch geschicktes Handeln finanzielle Vorteile zu verschaffen, dürfe sich nicht wundern, wenn er leer ausgeht. Denn letztlich würden die Krankheitskosten des Paares auf die Allgemeinheit umgelegt, wenn das Finanzamt diese in der Einkommenssteuer berücksichtigen würden. Für den persönlichen finanziellen Ausgleich ist aber erstmal der Krankenversicherer zuständig. Dafür hat man ja auch Beiträge gezahlt.

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