Pflichtteilsentzug nach neuem Erbrecht

Neu geregelt wurde im Erbrecht der Pflichtteilsentzug ab 01.10.2010, so dass nur der gesetzliche Pflichtteil entzogen werden darf, wenn eine Verurteilung von mehr als einem Jahr ohne Bewährung nach einer vorsätzlich begangenen Straftat stattgefunden hat.

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Ab dem 01. Januar 2010 werden einige Paragraphen im Erbrecht neu geregelt. Dies betrifft unter anderem auch die Regelung, aus welchen Gründen der gesetzliche Pflichtteil ganz entzogen werden darf. Bisher ist es so, dass der gesetzliche Pflichtteil demjenigen entzogen werden kann, der dem Erblasser, seinem Ehegatten oder den leiblichen Kindern nach dem Leben trachtete. In Zukunft wird der Kreis der Personen auf die unehelichen Partner und die Stiefkinder erweitert.

Weiterer Grund

Ein weiterer Grund den gesetzlichen Pflichtteil zu entziehen war, dass der Berechtigte einen ehrlosen oder unsittlichen Lebenswandel geführt hat. Die Definition ist heute längst nicht mehr klar, da die Zeiten sich geändert haben, denn Prostitution gilt heute längst nicht mehr als ehrlos und Spieltrieb, Alkoholismus oder Drogensucht werden heutzutage als Krankheiten eingestuft, was früher anders war.

Pflichtteilsentzug Definition

Künftig ist die Regelung zum Pflichtteilsentzug so definiert, dass nur noch dann der Pflichtteil entzogen werden darf, wenn der Pflichtteilsberechtigte wegen einer Vorsatztat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung verurteilt wurde. Neu geregelt ist auch die Stundung bei Härte, denn jeder Erbe kann künftig verlangen, dass ein Pflichtteilsanspruch gegen ihn nicht mehr sofort eingelöst werden muss. Hier soll es die Möglichkeit zur Stunden geben. Bewohnt zum Beispiel eine Tochter das vererbte Haus, so muss sie nicht mehr sofort die anderen Pflichtteilsberechtigten auszahlen, wenn sie dafür das Haus verkaufen müsste.

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