Pflegezeitpolice für Pflegeauszeit Pflicht

Seit 2012 ist es für Angestellte einfacher, pflegebedürftige Verwandte trotz Berufstätigkeit zu versorgen. Dafür bedarf es aber der sogenannten Pflegezeitpolice.

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Unser Land überaltert immer mehr. Kaum jemand, der heute nicht einen pflegebedürftigen Verwandten in seiner Familie hat. Schnell stellt sich dann hier das Problem, wohin mit Oma oder Opa? Sind denn die altehrwürdigen und geliebten Familienangehörige in einem Heim gut untergebracht? Oder sollte man die Alten besser selber pflegen? Das ist dank der sogenannten Pflegeauszeit jetzt einfacher möglich, und zwar ohne, dass man gleich den Job aufgeben muss. Wichtig für alle: Wer Oma, Opa, Tante oder Onkel zu Hause pflegen will braucht eine Pflegezeitpolice.

Die Oma im Pflegeheim?

Es geht immer wieder durch die Presse. In unseren Pflegeheimen herrschen teilweise zumindest bedenkliche Zustände. Wer will das schon der in die Jahre gekommenen Mutti zumuten? Was aber bleibt, wenn man arbeiten muss, um den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten? Dank Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bleibt seit Anfang 2012 ne ganze Menge. Man kann nämlich die sogenannte Pflegeauszeit/Familienpflegezeit mit dem Arbeitgeber vereinbaren. Für zwei Jahr kann man nun die wöchentliche Arbeitszeit auf 15 Stunden reduzieren. Zwar bekommt man dann auch nur noch ein anteiliges Gehalt (wer noch 50 Prozent arbeitet, bekommt 75 Prozent), behält aber seinen Arbeitsplatz.

Kommt der Pflegende nicht zurück

Nach Ablauf der zweijährigen Pflegeauszeit steigt der vorher Pflegende also wieder voll in sein Berufsleben ein. Allerdings arbeitet er solange weiter für das reduzierte Gehalt, bis der Gehaltsvorschuss eingearbeitet ist. Die Fachwelt spricht hier von der Nachpflegephase. Und das ist noch nicht alles. Denn jeder Arbeitnehmer, der die Familienpflegezeit in Anspruch nehmen will, muss eine sogenannte Pflegezeitpolice abschließen. Denn immerhin geht der Arbeitgeber ja auch ein Risiko ein, wenn er seinen Mitarbeiter solchermaßen freistellt. Nix ist fix, alles ist möglich – eben auch, dass der Pflegende nicht wiederkommt. Vielleicht wird er sogar selbst zum Pflegefall wird oder verstirbt womöglich. Derzeit gibt es nur wenige Versicherungsunternehmen, die diese Police anbieten. Wer sie abschließen will, braucht eine Bescheinigung der Pflegekasse oder einem medizinischen Dienst mit dem Nachweis der Pflegestufe des Bedürftigen sowie die schriftliche Zustimmung des Arbeitgebers. Die Beiträge für die Police müssen bis zum Abschluss der Nachpflegezeit bezahlt werden. Kehrt der Mitarbeiter dann nicht ins Unternehmen zurück, zahlt die Versicherung den nicht zurückgezahlten Gehaltsvorschuss an den Arbeitgeber.


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