Pflegeversicherung – Beitragserhöhungen wohl erst 2015

Unser Gesundheitssystem steht spitze da – sogar die vieldiskutierte Pflegeversicherung verzeichnet im Jahr 2011 ein Plus der Superlative – sie ist im Einnahmeglück.

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Erst die Kranken- jetzt die Pflegeversicherung. Man sollte meinen, dass die Kassen wirtschaftlich betrachtet auf dem Zahnfleisch daherkommen. Und nun das: Eine gute Nachricht jagt die andere. Nachdem erst die gesetzlichen Krankenversicherer mit einem Plus der Superlative überraschen konnten, folgt jetzt die Pflegeversicherung mit unerwarteten Einnahmen auf dem Fuß.

Der Tenor ist: Es reicht doch nicht

Wir alle sorgen uns um unser Alter. Schwierig wird es werden – vor allem, wenn man die Jugend von heute nachts betrunken auf den Spielplätzen der neueren Wohngegenden belauscht. Da kann einem schon angst und bange werden, wer die späteren Alten mal pflegen soll. Wenigstens finanziell soll dann aber ein Pflegeversicherungspaket geschnürt sein, dass dann eine Standardversorgung garantiert. Wie alle sozialen Absicherungen ist auch die Pflegeversicherung immer wieder im Gespräch. Wo kommen die Mittel her? Wird das Geld auch reichen? Der Tenor ist immer einhellig: Es reicht nicht. Beitragserhöhungen müssen sein. So hieß es auch bis heute. Jetzt zeigt sich aber, dass die Pflegeversicherung im Jahr 2011 ein Einnahmeglück erlebt hat, das sich im Mittelbestand auf immerhin nochmals 300 Millionen Euro beläuft.

Demenzkranke besser versorgen

Damit, so vermuten Experten, sollte sich die befürchtete Beitragserhöhung in der Pflegeversicherung bis mindestens ins Jahr 2015 verschieben. Von stabilen Beiträgen ist die Rede. Allerdings kommen im Rahmen der Pflegereform vermutlich auch Mehrkosten in Betracht, die von der Pflegeversicherung getragen werden sollten. Denn – so wünscht es sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr – sollen ab 2013 vor allem die Demenzkranken deutlich mehr von der Pflegeversicherung profitieren. Die Betroffenen, die im Laufe der Erkrankung ihre Erinnerung, ihre Lebensfähigkeit, ja ihr ganzes Leben verlieren, fallen bisher aus der Versorgung durch die Pflegeversicherung durch ein feinmaschiges Netz. Ab 2013 nun sollen ca. 500.000 Demenzbetroffene zwischen 70 und 215 Euro erhalten. Ob diese Absicherung ohne eine Beitragserhöhung bei der Pflegeversicherung möglich ist, ist fraglich. Geplant war bisher zum Januar 2013 die Beiträge um 0,1 Prozentpunkte anzuheben, und die Pflegeverbesserung so zu finanzieren.


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