Pflegekosten- und Pflegetagegeldversicherung im Vergleich

Ein Urteil schockte in den letzten Tagen das jüngere Deutschland. Demnach haften Kinder für ihre Eltern. Durch eine Pflegezusatzversicherung kann man seine Nachkommen aber vor schnell in die Höhe schießenden Pflegekosten schützen.Ob Pflegekostenversicherung oder Pflegetagegeldversicherung? Wir haben den Vergleich.

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Kinder müssen für ihre pflegebedürftigen Eltern haften, denn längst nicht alle Kosten werden von Sozialamt, Jobcenter oder Versicherungsträger im getragen. Vor allem was die Pflege im Alter angeht, können die Kosten schnell explodieren. Um vorzubeugen, wurde vor einigen Jahren die Pflegeversicherung eingeführt, die von den Krankenkassen mit den Krankenversicherungsbeiträgen zusammen eingezogen werden.


Tropfen auf den heißen Stein

Allerdings ist es mit der Pflegeversicherung ähnlich wie mit anderen Sozialleistungen auch: Sie ist in vielen Fällen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eingeteilt wird die Pflegeversicherung in so genannte Pflegestufen. Je nach Einteilung, die durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen erfolgt, wird ein bestimmter Betrag ausbezahlt. In der Pflegestufe 1 (erhebliche Pflegebedürftigkeit bei 90 Minuten Bedarf täglich) sind das z. B. 225 Euro/je Monat, wenn der Betroffene zu Hause durch Angehörige gepflegt wird, 440 Euro, wenn dazu Fachpersonal benötigt wird und 1023 Euro für stationäre Heimpflege. Bei Stufe 2 (drei Stunden Bedarf bei schwerer Pflegebedürftigkeit) gibt es bei Pflege zu Hause: 430 Euro; mit Fachpersonal ca. 1040 Euro, bei Heimpflege: 1279 Euro. Bei Pflegestufe 3 (schwerst pflegebedürftig, täglicher Pflegebedarf fünf Stunden) werden 685 Euro für pflegende Angehörige, 1510 Euro für Pflegepersonal und für die stationäre Heimpflege 1510 Euro gezahlt.


Beide Varianten haben Vorteile

Übersteigen die Pflegekosten die Pflegeversicherung muss man als Pflegepatient entweder selbst einspringen, ist das nicht möglich, werden – nach eingehender Finanzprüfung – die Kinder in die Pflicht genommen. Eine private Zusatzversicherung kann hier vorbeugen. Dabei kann man zwischen zwei Varianten wählen. Man kann sich entscheiden zwischen der Pflegetagegeldversicherung, die abhängig von der Pflegestufe einen individuell mit dem Versicherungsunternehmen vereinbarten Tagessatz im Pflegefall bezahlt. Vorteile: Man kann das Geld verwenden, wie man will. Allerdings sollte man vor Abschluss darauf achten, dass eine Dynamisierung der Beiträge vereinbart wird, da sonst eine Kostensteigerung nicht berücksichtigt wird. Die andere Variante ist die Pflegekostenversicherung: Hier werden die Pflegeversicherungs-Leistungen aufgestockt. Kostensteigerungen sind schon inbegriffen. Allerdings wird bei der Pflegekostenversicherung die Pflege durch Fachpersonal höher bezahlt, als die durch Angehörige.


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