Pflegeheim Kosten selbst bezahlen oder Unterhaltspflichtige wie Kinder

Update Oktober 2012: Für alle die eine private Pflegeversicherung abschließen wollen gibt es von staatlicher Seite 5 Euro zum Vertrag. Unterhaltspflichtige Kinder oder engste Verwandte könnten zur Zahlung verpflichtet werden.

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Wenn Sie einen Verwandten haben der in Pflegestufe III eingestuft wird, dann ist dieser schwerstpflegebedürftig und diese Pflege kann oft nur in einem Pflegeheim bewältigt werden. Wenn der Pflegebedürftige von Angehörigen gepflegt werden soll, ist diese sehr zeitaufwendig und auch der seelische Stress darf man dabei nicht vergessen. Oft fehlt den Angehörigen auch die Zeit um jemand zu pflegen.

Mobiler Pflegedienst oder Pflegeheim

Da man Angehörige nicht abschieben möchte, überlegen Sie wie man die Pflege stemmen kann. Eventuell ist es möglich, dass Sie den Angehörigen durch einen mobilen Pflegedienst zu Hause pflegen lassen oder Sie suchen ein Pflegeheim, dass Sie für passend erachten. Beide Varianten sind jedoch recht kostspielig und es stellt sich die Frage, wer für diese Kosten aufkommen muss.

Ablauf bei eintreten der Pflegebedürftigkeit

Wenn bereits die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist, ist der erste Schritt die Feststellung und Einstufung in eine Pflegestufe. Dies macht der MDK (Medizinische Dienst der Krankenkassen), wobei in 3 Pflegestufen unterschieden wird:

Pflegestufe 1: Erhebliche Pflegebedürftigkeit (keine Betreuung rund um die Uhr)

Pflegestufe 2: Schwere Pflegebedürftigkeit (Betreuung mindestens 3 mal täglich)

Pflegestufe 3: Schwerstpflegebedürftigkeit (ständige Betreuung auch nachts)

Was zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung?

Die gesetzliche Pflegeversicherung bezahlt nach Pflegestufe:

Pflegestufen – was die gesetzliche Pflegeversicherung bezahlt

PflegestufenEuro
Pflegestufe I450 Euro
Pflegestufe II1.100 Euro
Pflegestufe III1.550 Euro
Pflegestufe III Härtefälle1.918 Euro

Die Härtefallregelung gibt es nur als vollstationäre Leistung. Ein Platz in einem Pflegeheim liegt bei durchschnittlich 3.300,– Euro, was bedeutet dass der Pflegebedürftige rund 1.900,– oder mehr selbst monatlich aufbringen muss um die Kosten fürs Pflegeheim überhaupt zu decken. Schwerstpflegebedürftige haben noch eine durchschnittliche Lebenserwartung zwischen 5 und 7 Jahren. Reicht das Einkommen des Pflegebedürftigen und seines Partners nicht wird auch das Vermögen der beiden zur Finanzierung verwendet.

Sozialamt bezahlt und holt es sich zurück (wenn möglich)

Ergänzend zum Pflegegeld werden zuallererst die eigenen Einkünfte des Pflegebedürftigen geprüft, um das Pflegeheim zu bezahlen. Ist dann der Betrag noch immer nicht vollständig gedeckt, so kann die Familie einen Antrag auf Pflegewohngeld stellen und einen Antrag auf zusätzliche Leistungen aus der Sozialhilfe. Das Sozialamt versucht dann aber auch schnell herauszufinden ob es Unterhaltspflichtige Personen gibt und holt sich gegebenenfalls alles zurück. Unterhaltspflichtig können die Kinder, die engsten Verwandte sowie auch ehemalige Partner sein. Dabei werden inzwischen auch verstärkt die Ersparnisse dieser Unterhaltspflichtigen mit einbezogen. Für diese Unterhaltsforderungen vom Sozialamt gibt es keine gesetzlichen Fristen für die Verjährung, deshalb sollten sich Unterhaltspflichtige nicht zu früh in Sicherheit wiegen.

Private Pflegeversicherung Zuschuss 5 Euro

Ab dem 01.01.2013 gibt es einen Zuschuss für die private Pflegeversicherung. Im Monat 5 Euro will die Regierung dafür jedem bezahlen unabhängig vom Einkommen. Die private Krankenversicherer sind gefordert, denn bis zu diesem Zeitpunkt müssen Tarife für die staatlich geförderte Pflegezusatz-Versicherung angeboten werden.


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