Persönliches Budget – Erklärung – was ist das?

Für Menschen mit geistiger, psychischer oder körperlicher Behinderung besteht die Möglichkeit unabhängig von Sachleistungen und Dienstleitungen ein Persönliches Budget zur Abdeckung und individuellen Gestaltung ihres persönlichen Hilfebedarfs zu beantragen.

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Menschen mit einer Behinderung haben Anspruch auf individuelle Hilfestellungen. Normalerweise werden diese als Sachleistungen dem Menschen mit Behinderung zur Verfügung gestellt, was bedeutet, dass er Hilfsmittel und Dienstleitungen zur Unterstützung erhält.


Neue Form der Leistungserbringung

Das Persönliche Budget stellt eine neue Form der Leistungserbringung da und kann an Stelle der Sachleistungen beantragt und in Anspruch genommen werden. Der Mensch mit Behinderung erhält dann statt einer direkten Leistung Geld – das so genannte Persönliche Budget – mit dem er Dinge und Dienstleistungen bezahlen kann, die zur Deckung des Persönlichen Hilfebedarfs und zur Erhöhung der Lebensqualität und Selbständigkeit nötig sind. Er selbst kann entscheiden welche Leistungen er einkaufen will und ist hierfür selbst verantwortlich und kann so individuell entscheiden, welche Hilfen am besten für ihn sind und wer die Leistungen zu welchem Zeitpunkt erbringen soll.


Anspruch auf ein Persönliches Budget

Seit dem 1. Januar 2008 hat jeder Mensch mit Behinderung einen Rechtsanspruch auf ein Persönliches Budget. Allerdings wird niemand gezwungen, ein Persönliches Budget in Anspruch zu nehmen – es besteht nach wie vor die Möglichkeit Sachleistungen wie bisher zu beziehen. Geregelt werden die Leistungen des Persönlichen Budgets im im §17 des SGB IX. Nun stellt sich die Frage, welcher Personenkreis in Persönliches Budget beantragen kann. Der Grad der Behinderung spielt hier keine Rolle, denn grundsätzlich können Menschen mit geistiger, körperlicher oder psychischer Behinderung ein Persönliches Budget beantragen.


Unterstützung möglich

Auch für Menschen, die auf Grund ihrer Behinderung das Persönliche Budget nicht alleine verwalten können, kommt die Beantragung mit Unterstützung in Frage. Eltern können das Persönliche Budget für ihr Kind beantragen. Das Persönliche Budget umfasst grundsätzlich Leistungen zur Teilhabe, also Leistungen, die Zugang zum Leben in der Gesellschaft ermöglichen sollen. Dazu kommen Leistungen der Kranken- und Pflegekassen.

Die Leistungen können zum Beispiel Folgendes umfassen:

* Hilfe zur Pflege
* Leistungen zur Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben (“Freizeitassistenz”)
* Ambulante Eingliederungshilfen im häuslichen Bereich
* Leistungen zur Mobilität (z.B. Hilfe beim Kauf einer Fahrkarte, Fahrdienst)
* Schulassistenz/Schulbegleitung
* Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
* Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
* Hilfe/Assistenz zum Besuch einer Hochschule

In den Bereich des Persönlichen Budgets fallen alltägliche und regelmäßig wiederkehrende Bedarfe, gelegentliche und kurzfristige/einmalige Bedarfe sind ausgeschlossen. Es ist möglich, das persönliche Budget nur für einzelne Bereiche zu beantragen.


Folgende Kostenträger können Leistungen als Persönliches Budget erbringen:

* gesetzliche Krankenkassen
* Bundesagentur für Arbeit
* Träger der gesetzlichen Unfallversicherung
* Träger der gesetzlichen Rentenversicherung
* Träger der Kriegsopferversorgung
* Träger der öffentlichen Jugendhilfe
* Träger der Sozialhilfe

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