Patientenverfügung möglichst detailliert verfassen

Das Thema Tod betrifft naturgemäß jeden Menschen. In Würde zu sterben, steht dabei für die Meisten im Vordergrund. Das Stichwort Patientenverfügung ist deshalb in aller Munde. Diese gilt es möglichst detailliert zu formulieren, sonst ist sie im Zweifelsfall nur wenig hilfreich.

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Die Oma liegt im Sterben. Es geht zu Ende. Nun liegt sie im Krankenhaus und ist kaum mehr ansprechbar. Im Gespräch mit dem behandelnden Arzt, regt dieser bei den Verwandten an, eine Magensonde zu legen und eine Darmspiegelung zu machen. Verunsichert schauen sich Tochter und Enkelin an. Was soll man denn da entscheiden? Muss man die 86jährigen Frau tatsächlich noch mit diesen Untersuchungen quälen? Eher nicht. Das war auch der Wunsch der alten Dame, die eine Patientenverfügung aufgesetzt hatte.

Standard ist nicht genug

Die Diskussion mit dem Mediziner war unschön, aber erfolgreich. Denn die Tochter der sterbenden Frau hatte neben der Patientenverfügung auch noch eine so genannte Generalvollmacht, die der Angehörigen erlaubte, solche Entscheidungen auch zu treffen. Tatsächlich lief in diesem Fall alles gut. Das lag vor allem daran, dass die Familie sich hier schon früh zusammengesetzt hat und eine umfassende Patientenverfügung verfasst haben. Standardformulare, wie man sie aus dem Internet laden kann, reichen nämlich meist nicht aus. Sie sind nicht detailliert genug und decken bei weitem nicht alle – individuell auch sehr unterschiedlichen – Varianten ab. Wer z. B. herzkrank ist, setzt seine Schwerpunkte meist ganz anders als ein kerngesunder Wonneproppen.


Vorsorgevollmacht sollte dabei sein

Wichtig und an allererster Stelle steht immer der ganz persönliche Wunsch des Verfassers. Dabei sollte man nicht nur an die möglicherweise betroffenen Angehörigen denken, sondern tatsächlich die eigenen Befindlichkeiten in den Fokus stellen. Je detaillierter eine Patientenverfügung dann formuliert wird, desto besser. Da das Fachwissen des Einzelnen oft nicht ausreicht, sollte man mit einem vorformulierten Entwurf ein Beratungsgespräch mit dem Hausarzt des Vertrauens führen. Dieser kann einen aufklären über medizinische Maßnahmen, die im Falle eines Falles zum Einsatz kommen können. So geht man auch auf Nummer Sicher, nicht etwa Behandlungen von vornherein auszuschließen, die möglicherweise doch sinnvoll sein können. Auch hier heißt es dann, Liebe zum Detaill zu entwickeln. Eine Liste mit gewünschten und unerwünschten Behandlungsformen sollte auf jeden Fall Teil der Patientenverfügung sein. Vernünftig, wenn auch nicht zwingend notwendig ist es, den Mediziner das Dokument gegenzeichnen zu lassen. Bis zum Falle eines Falles sollte man die Verfügung in regelmäßigen Abständen überarbeiten. Eine Patientenverfügung muss übrigens nicht notariell beglaubigt werden. Zweckmäßig und empfehlenswert ist es aber auf jeden Fall, zur Patientenverfügung eine so genannte Vorsorgevollmacht aufzusetzten., die wiederum notariell beglaubigt sein muss. Hier benennt man eine vertrauenswürdige Person, die den formulierten Willen auch nach außen hin vertritt, wenn man selbst nicht mehr in der Lage dazu ist.

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