Patienten sollen vor IGe-Leistungen geschützt werden

IGELn Sie schon oder haben Sie den Mut, sich Ihrem Arzt zu widersetzen? Das trauen sich nicht viele. Deshalb fordern Politiker jetzt, dass die Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) eingeschränkt werden sollen.

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Sie sind nicht immer sinnvoll, müssen aber aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Diese werden von den meisten Ärzten in ihren Praxen angeboten. Nur wenige der Patienten trauen sich tatsächlich der Empfehlung ihres Mediziners nicht zu folgen, lassen Untersuchungen und Behandlungen durchführen und zahlen diese selbst. Deshalb fordern Politiker jetzt, dass die IGeL eingeschränkt werden sollen.

Vom Auge bis zum Zahn

Ob professionelle Zahnreinigung, Ultraschalluntersuchungen (obwohl keine Beschwerden vorliegen), Krebsvorsorge bei Männern unter 45 Jahren und und und. Diese und viele andere Untersuchungen werden in Arztpraxen – vom Augen- bis zum Zahnarzt – angeboten. Es sind Individuelle Gesundheitsleistungen, die von den gesetzlichen Versicherern nicht übernommen werden. Aus gutem Grund, sagen diese: Denn einige – wenn nicht sogar viele – der Untersuchungen sind wenig sinnvoll, dafür aber teuer, spülen aber dem Arzt einige zusätzlich Euros in die Geldbörse. Im Jahr 2010 wurden z. B. 1,5 Milliarden Euros in den deutschen Praxen darüber abgerechnet.

Aggressives Marketing schüchtert Patienten ein

Einige Mediziner gehen beim Marketing leider eher aggressiv vor. Eingeschüchterte Patienten stimmen deshalb Untersuchungen und Behandlungen zu, die eher im Interesse des Arztes liegen, denn der Gesunderhaltung seiner Patienten dienen. Das soll jetzt anders werden. Politiker fordern jetzt in einem Maßnahmenpaket, dass die IGeL eingeschränkt werden sollen. Mehr Transparenz durch einen schriftlichen Behandlungsvertrag zwischen Arzt und Patient soll hier ein erster Schritt sein. Außerdem soll der Mediziner zukünftig im Rahmen seiner IGeL-Werbung und Beratung den Patienten auch darüber aufklären, warum die Krankenkassen diese nicht bezahlen. Generell lohnt es sich als betroffener Patient vor der Einwilligung in eine kostenpflichtige Behandlung eine zweite Meinung einzuholen oder sich gleich bei der Krankenversicherung über Sinn und Unsinn zu informieren.

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