Patient bekommt nur Kopien der Krankenakte des Arztes

Jeder Arzt führt eine Krankenakte über seine Patienten. Wer diese Akte anfordert, hat kein Anrecht auf die Originalunterlagen. Lediglich Kopien müssen ihm übergeben werden.

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In einer Patientenakte notieren die behandelnden Mediziner den körperlichen Zustand des Patienten, Diagnosen, Behandlungsformen, Befunde und andere für die Heilung und Therapie wesentliche Punkte. Wer diese Akte z. B. aus rechtlichen Gründen benötigt, hat keinen Anspruch auf die Originalunterlagen. Eine kopierte Version dagegen muss dem Patienten gegen Erstattung der Kopierkosten ausgehändigt werden.

Der Arzt im Recht

So entschied das Oberlandesgericht Hessen im Fall eines Mannes, der über seinen Anwalt die Krankenakte von seinem Arzt anforderte (Az.: 8 W 20/11). Diese wurde benötigt, um eine Klage vorzubereiten. Auf das erste Schreiben des Juristen reagierte der Arzt erst gar nicht. Auch die zweite schriftliche, anwaltliche Aufforderung eine kopierte Version zu übergeben wurde vom Arzt übergangen. Daraufhin klagte der Anwalt auf Herausgabe. Die Richter entschieden, dass der Mediziner nicht rechtswidrig gehandelt hatte. Der Anwalt hätte dem Arzt zusichern müssen, dass die Kopierkosten in voller Höhe von sage und schreibe 7,45 übernommen werden.

Die Kosten trägt der Patient

Grundsätzlich hat der Patient – entgegen der allgemeinen Annahme – ein Anrecht auf Einsicht in die Original-Patientenakte. Ein Recht auf Herausgabe gar per Post dagegen gibt es nicht. Wer seine Akte sehen möchte muss sich also in die Praxis bzw. den Ort der Lagerung der Dokumente begeben. Will der Patient Kopien – egal ob in vollem Umfang oder auszugsweise – muss er die Kosten hierfür übernehmen. Werden die Kopien zugeschickt, müssen zusätzlich die Transportkosten vom Patienten getragen werden.

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