Palliativwegweiser bei GKV – Palliativversorgung

SAPV steht für Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, die von Hospizen, Palliativstationen in Kliniken, in Pflegediensten und anderen Teams angeboten werden

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Zum Deutschen Hospiztag startete die AOK auf ihrer Internetseite einen bundesweiten Palliativwegweiser.

Nurse woman giving client card to senior man in wheelchair

Bisher schlecht informiert

Sie ist gerade Mal Ende 60. Diagnose: Lungenkrebs. Die Behandlung und Aufklärung durch die Ärzte in den vergangenen zwei Jahren war – vorsichtig ausgedrückt – erbärmlich. Nun ist die Frau, die sich von der Krankheit nicht hat unterkriegen lassen, in einem Krankheitsstadium angekommen, an dem die Hoffnung auf Heilung nur noch klein ist. Der Lebensmut der Patientin ist aber ungebrochen. Allerdings muss der Allgemeinzustand mitspielen. Durch Zufall hat sie von einer Palliativversorgung in der Umgebung erfahren. Jetzt geht es ihr wieder besser. Die Medikation ist eingestellt, die Rufbereitschaft ist 24 Stunden an sieben Tagen die Woche besetzt, der Palliativmediziner hat lange und verständlich mit ihr gesprochen. Nun fragt sich die Rentnerin: „Warum hat man da noch nie was davon gehört, das es so was gibt?“
Und ja, diese Frage stellt sich tatsächlich. Denn für viele chronisch und unheilbar kranke Menschen, bei denen die Verbesserung der Lebensqualität vor der Heilung steht, ist so ein SAPV-Team eine echte Hilfe. SAPV steht für Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, die von Hospizen, Palliativstationen in Kliniken, in Pflegediensten und anderen Teams angeboten werden.

Informationen im Netz für Alle

Die AOK hat sich nun die Mühe gemacht eine Seite zu erstellen (www.aok.de/palliativwegweiser), auf der der Nutzer nach Eingabe von Postleitzahl oder Ort gezielt nach besonders qualifizierten Einrichtungen oder Hilfsangeboten zur Hospiz- und Palliativversorgung in ihrer Region suchen können. Der Palliativwegweiser umfasst mehr als 8.000 Einträge. Neben 238 stationären Hospizen und mehr als 600 Palliativstationen in Kliniken sind etwa 1.000 Hospizdienste, knapp 400 Pflegedienste mit Schwerpunkt Palliativversorgung und 300 Teams der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) verzeichnet. Darüber hinaus sind in der Datenbank auch mehr als 4.500 Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin enthalten. Ergänzt wird das Angebot durch Angaben zu Selbsthilfegruppen, Telefonseelsorge und zu fast 700 Pflegeberatern der AOK, die eine besondere Qualifikation zum Thema Palliativversorgung haben. Die Nutzer können ihre Suchergebnisse nach bestimmten Kriterien filtern. So ist zum Beispiel eine gezielte Suche nach ambulanten Angeboten zur Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen möglich. Darüber hinaus bietet der Palliativwegweiser auch weiterführende Informationen zu den verschiedenen Angeboten der Hospiz- und Palliativversorgung sowie zu den Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.

Gesetzlich festgeschrieben

Nach dem Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung haben Versicherte, die Hospiz- oder Palliativversorgung benötigen, seit Dezember 2015 einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch ihre Krankenkasse. Außerdem sollen die Kassen über die regional verfügbaren Beratungs- und Versorgungsangebote informieren. Die Palliativversorgung hat das Ziel, schwerstkranke und sterbende Menschen in der letzten Phase ihres Lebens umfassend und individuell zu betreuen – sowohl medizinisch als auch pflegerisch. Im Mittelpunkt der Versorgung steht die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Beschwerden.

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