Osteuropäische Pflegekräfte selten versichert

Osteuropäische Pflegekräfte sind selten versichert, weil sie illegal beschäftigt sind, legal eine Haushaltshilfe beschäftigen ist manchmal umständlich und viel teurer.

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In Deutschland wird es immer mehr alte Menschen geben und dadurch steigt auch der Pflegebedarf. Die Eltern, Opa oder Oma ins Heim abschieben wollen die wenigsten, doch eine 24 Stunden Betreuung kann fast niemand bezahlen, außer wenn man sich Osteuropäische Pflegekräfte sucht. Diese werden oft illegal beschäftigt und sind nicht versichert, doch für viele ist es der einzige Weg das Pflegeheim zu vermeiden.

Pflege in Deutschland ist teuer

Nach Schätzungen kommen in Deutschland etwa 1,5 Millionen alte Menschen nicht ohne Hilfe aus. Osteuropäische Pflegekräfte sind bezahlbar, eine rund um die Uhr Betreuung bei einem ambulanten Pflegedienst in Deutschland kann über 10.000 Euro kosten, eine Osteuropäische Pflegekraft ist da schon für 1.000 Euro plus Kost und Logis zu haben, allerdings ist das eigentlich illegal. Nach Schätzungen kümmern sich inzwischen schon 100.000 und 150.000 Pflegekräfte aus Osteuropa um alte Menschen in Deutschland. Laut Michael Isfort, der eine Studie für das Institut für angewandte Pflegeforschung in Köln zu diesem Thema leitete, lässt sich das familiäre Pflegesystem ohne die Osteuropäischen Pflegekräfte kaum aufrecht erhalten. Zudem sind die Altenheim in Deutschland voll und viele die zuhause gepflegt werden, müssten sonst stationär versorgt werden.

Osteuropäische Pflegekräfte Entsendung

Will man legal Osteuropäische Pflegekräfte finden, funktioniert das meist über eine Entsendung. Da gibt es eine Firma in Osteuropa mit der die Familie einen Dienstleistungsvertrag abschließen muss. Die Pflegekraft ist in ihrem Heimatland sozialversichert und arbeitet in der Regel für das Entsendeunternehmen. Die Pflegekraft benötigt eine gültige Entsendebescheinigung A1. Interessant ist die Weisungsbefugnis bei den entsandten Pflegekräften, denn diese liegt beim Arbeitgeber. Indirekt bedeutet dies, dass die Pflegekraft den Arbeitgeber anrufen müsste und sich die Genehmigung holen müsste, wenn der Pflegebedürftige beispielsweise spazieren gehen will. Das macht zwar niemand, könnte aber rechtliche Probleme mit sich bringen, wenn was passiert. Die Pflegekräfte verdienen bei diesen Agenturen leider sehr wenig, deshalb suchen viele Pflegekräfte auch den Weg direkt zu den Familien.

Bescheinigungen für entsandte Pflegekräfte

Die Bescheinigung A1 ist die Bestätigung, dass für die Pflegekraft in ihrer Heimat Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden.

Lohnabrechnung für die Pflegekraft (mindestens der gesetzliche Mindestlohn für Pflegekräfte in Deutschland)

Bescheinigung über eine Berufshaftpflicht des Arbeitgebers der Pflegekraft

Haftpflichtversicherung in deutscher Sprache (ausreichende Deckungssumme)

Osteuropäische Pflegekräfte über die Arbeitsagentur

Aus der obigen Möglichkeit kann man legal osteuropäische Pflegekräfte über die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der deutschen Arbeitsagentur bekommen. Das Prozedere ist allerdings ein wenig umständlich, folgendes wird benötigt:

Sie sind dann Arbeitgeber und müssen die Pflegekraft innerhalb einer Woche nach Arbeitsbeginn bei der gesetzlichen Unfallversicherung anmelden

Sie brauchen als Arbeitgeber eine Betriebsnummer, diese bekommen Sie bei der Bundesagentur für Arbeit, die Anträge können telefonisch oder auch im Internet gestellt werden.

Ein Arbeitsvertrag muss von beiden unterschrieben werden, im Arbeitsvertrag müssen Arbeitszeit, Urlaubsanspruch, Unterkunft und Verpflegung usw. geregelt werden. Der Lohn darf nicht unter dem gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland liegen.

Die Pflegekraft aus dem Ausland muss bei einer gesetzlichen Krankenkasse angemeldet werden.

Lohnsteuer muss an das Finanzamt abgeführt werden

Sozialversicherungsabgaben müssen über die Krankenkasse abgeführt werden, das bedeutet Abgaben für die Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung berechnen. (Abgaben Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte, außer in der Krankenversicherung 0,9 Prozent allein vom Arbeitnehmer)

Einfacher Weg aber illegal

Ob es am bürokratischen Aufwand liegt, dass viele sich illegal mit einer Pflegekraft versorgen, ist sicherlich zu einfach aber dies zusammen mit den höheren Kosten verleitet viele das ganze illegal abzuwickeln. Hier und da liest man von einer 24 Stunden Betreuung von Pflegekräften aus Polen, die neben Essen und Unterkunft noch 1.500 Euro schwarz bekommen. Wenn Sie über eine Agentur den gleichen Job vermittelt bekommen hätten, liegt wohl der Lohn lediglich zwischen 600 und 800 Euro, verständlich dass die Pflegekräfte dann doch lieber den Weg direkt gehen.


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