Neues Unterhaltsrecht für alleinerziehende

Das neue Unterhaltsrecht verunsichert viele Mütter, da es vorsieht, dass im Gegensatz zu vorherigen Regelungen auch alleinerziehende Mütter nach dem 3. Lebensjahr des Kindes wieder Vollzeit arbeiten müssen. Jedoch sind die Gerichte angehalten vor einer solchen Entscheidung immer alle Umstände, auch zum Wohle des Kindes, zu prüfen.

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Vor allem Frauen wurden durch das neue Urteil zum Unterhaltsrecht verunsichert, denn der Bundesgerichtshof entschied im März, dass Mütter nach einer Scheidung schneller als bisher wieder arbeiten gehen müssen. Allerdings wird vor Gericht immer der Einzelfall genau geprüft. Der Bundesgerichtshof hat so entschieden, damit der Vater nicht so lange für die Exfrau zahlen muss. Auch Alleinerziehenden sei zuzumuten nach der Scheidung wieder arbeiten zu gehen.

Prüfung Kinderbetreuungsmöglichkeiten

Allerdings ist es nicht so, dass die Mutter sofort nach dem dritten Geburtstag des Kindes sofort wieder Vollzeit arbeiten müsse. Hier wird genau nachgeprüft, wie es mit Kinderbetreuungsmöglichkeiten aussieht, wie der Arbeitsmarkt im Einzelfall aussieht und wie insgesamt der Entwicklungsstand des Kindes zu beurteilen ist. Ist das Kind zum Beispiel krank oder hat einen erhöhten Betreuungsbedarf aufgrund von Entwicklungsstörungen, so kann eine Mutter sicherlich nicht eine Vollzeitstelle antreten.

Erste 3 Jahre nicht berufstätig

Grundsätzlich gilt, dass die Mutter während der ersten drei Lebensjahre des Kindes nicht berufstätig sein muss, aber berufstätig sein darf. In den ersten drei Lebensjahren handelt es sich um einen sogenannten Basisunterhalt, während danach nur noch Unterhalt aus Billigungsgründen gezahlt wird, was nicht bedeutet, dass es keinen Betreuungsunterhalt mehr gibt, sonders dass dieser nicht automatisch in voller Höhe weiter gezahlt wird. Vor dieser Gesetzesänderung war es so, dass die Unterhaltsdauer- und höhe nur vom Alter des Nachwuchses abhängig war, so musste eine Mutter bis zum achten Lebensjahr des Kindes gar nicht arbeiten und bis zum 15. Lebensjahr nur Teilzeit. Hier ist den Gerichten nun die Möglichkeit gegeben individuell zu urteilen und alle Umstände zu berücksichtigen. Wer Streitigkeiten bei einer eventuellen Trennung im vorab vermeiden will, kann diesen Bereich in einem Ehevertrag regeln.

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