Mitschuld bei Unfall durch chronische Erkrankung

Wer an einer – diagnostizierten – chronischen Erkrankung leidet, die die Verkehrstüchtigkeit einschränkt, riskiert im Unfallfall eine Mitschuld und damit im Zweifelsfall den Versicherungsschutz.

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Der 40jährige Mann war geschockt. Er hatte gerade erfahren, dass er an Multipler Sklerose erkrankt war. Eine Autoimmun-Erkrankung bei der Gehirn und Rückenmark angegriffen wird und deren Verlauf nicht einschätzbar ist. Die Symptome sind so verschieden wie die Betroffenen selbst. So kann es zu Sehstörungen kommen, aber auch zum – wenn auch oft nur kurzfristigen – völligen Ausfall von Körperfunktionen. Einschränkungen von der Koordinationsfähigkeit von Armen und Beinen sind ebenfalls möglich.

Darf man noch hinters Steuer?

Viele Erkrankungen wie MS, aber auch Herz-Kreislauf-Probleme können die Verkehrstüchtigkeit der Patienten stark einschränken. Dennoch sind die Betroffenen, vor allem, wenn sie mitten im Leben stehen auf ihre Mobilität angewiesen. Sie brauchen ein Auto, um weiter ihrer Berufstätigkeit nachkommen zu können, um ihren Arzt aufzusuchen oder ihre Freizeit zu gestalten. Für sie stellt sich dann die Frage, ob sie überhaupt noch ein Auto führen dürfen oder können. Was passiert, wenn sie in einen Unfall verwickelt werden?

Versicherungsleistung nur anteilig

Nicht jeder Patient, der an einer chronischen Erkrankung leidet, gilt automatisch als verkehrsuntüchtig. Aber, laut Gesetz ist jeder, der sich ans Steuer setzt, verpflichtet, das nur dann zu tun, wenn er geistig und körperlich dazu auch fähig ist. Leidet man nun an schwerwiegenden Symptomen, wie z. B. dem Sehen von Doppelbildern oder massiven Ausfallerscheinungen, sollte man das Auto lieber stehen lassen. Denn verursacht man in einem solchen Zustand einen Unfall oder wird auch nur ohne Schuld in einen Verkehrsunfall verwickelt, kann die Versicherung zumindest eine Mitschuld geltend machen. Der Betroffene verliert dann zumindest anteilig den vollen Schutz und bleibt im Zweifelsfall auf erheblichen Kosten sitzen.

Arzt fragen

Wer sicher gehen will, ob er noch verkehrstüchtig ist, sollte sich mit der Frage zu erst an den behandelnden Arzt wenden. Abzuraten ist der schnelle Gang zu einer offiziellen Prüfstelle. Denn ist man erstmal in die Mühlen der Bürokratie geraten, kommt man nur schwerlich wieder raus. Ein vorschneller und oft auch unnötiger Verlust des Führerscheins bzw. der amtlichen Verkehrstüchtigkeit kann dann die Folge sein.

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