Mitschuld bei Übertretung der Richtgeschwindigkeit

Bei Übertretung der Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen tragen auch vermeintlich unschuldige Unfallopfer eine Mitschuld, die sich auf die Versicherungsleistung niederschlägt.

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Vor allem die Amerikaner beneiden uns um unsere Autobahnen. Hier kann man dem Geschwindigkeitsrausch zumindest in Teilabschnitten ausgiebig fröhnen. Meinen sie. Denn laut Bundesfernstraßengesetz (FstrG) sind diese Straßen eindeutig und ausschließlich für den Schnellverkehr mit Kraftfahrzeugen bestimmt. Ein generelles Tempolimit gibt es nicht.

Richtgeschwindigkeit 130 km/h

Was viele nicht wissen – und das gilt keinesfalls nur für ausländische Autofahrer, sondern auch für Bundesbürger – ist, dass es zwar kein allgemeingültiges Tempolimit gibt, wohl aber eine empfohlene Richtgeschwindigkeit. Das bedeutet, dass in Abschnitten auf Autobahnen, die nicht mit einem Tempolimit gekennzeichnet sind, eine Geschwindigkeit von 130 km/h nicht überschritten werden sollte, wenn als normal zu bezeichnende Verkehrsverhältnisse herrschen. Es also z. B. nicht in Strömen regnet, hagelt, schneit oder ein Stau zu erwarten ist. .

Erhöhte Betriebsgefahr bei Geschwindigkeitsrausch

Hält man sich nicht an diese Richtgeschwindigkeit passiert dem Autofahrer nichts. Sie ist ja nur empfohlen. Wer es also in tempolimitfreien Autobahnabschnitten mal so richtig krachen lässt, hat keine Strafe zu befürchten. Die Überschreitung von 130 km/h wird in diesen Bereichen nicht geahndet. Dennoch tut man gut daran, nicht schneller zu fahren. Denn gerät man mit hohem Tempo in einen Autounfall wird man auch als Unfallopfer zur Mithaftung verknackt. So entschied erst jüngst das Oberlandesgericht Nürnberg, da man grundsätzlich als Teilnehmer am Straßenverkehr so zu fahren hat, dass Unfälle vermieden werden. Überscheitet man die empfohlene Richtgeschwindigkeit wird das im Unfallfall als erhöhte Betriebsgefahr gewertet.

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