Mindestlohn für Zeitarbeit – Leiharbeiter

Mindestlohn ja oder nein? Fast täglich stellt sich diese Frage wieder. Die Branche Zeitarbeit macht jetzt Nägel mit Köpfen. Ab Juli 2010 gilt für viele Leiharbeiter ein Mindestlohntarifvertrag.

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Zeitarbeit bietet vielen Arbeitnehmern eine Chance für ihre berufliche Zukunft. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten boomt der Geschäftszweig der Arbeitskräftevermittlung. Leider sind solche Arbeitsplätze wegen der geringen Bezahlung bei vielen Menschen in Deutschland bisher oft noch unbeliebt. Außerdem sorgt die Verleihbranche selbst immer wieder durch schwarze Schafe für Negativ-Schlagzeilen. Alle erinnern sich heute noch an die Schlecker-Affäre des letzten Jahres, die wieder einmal den gesamten Geschäftszweig in ein schlechtes Licht rückte.

Richtige Richtung

Jetzt gibt es aber einen ersten Vorstoß in die richtige Richtung. Denn ab Juli dieses Jahres tritt ein neuer Mindestlohntarifvertrag in Kraft, auf den sich laut Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) die Gewerkschaften und Arbeitgeber geeinigt haben. Demnach sollen die Löhne der Leiharbeiter bis November 2012 in der geringsten Lohngruppe auf 8,19 Euro in Westdeutschland und auf 7,50 Euro im Osten erhöht werden. Natürlich geschieht das nicht in einem Rutsch, die Erhöhungen werden in vier Stufen durchgeführt.


Angst vor dem Ausland

Ausschlaggebend für den Abschluss ist sicher auch die Sorge vor der Konkurrenz aus dem Ausland. Denn ab Frühjahr 2011 gilt EU-weit die so genannte volle Freizügigkeit von Arbeitnehmern. Demnach haben alle EU-Arbeitnehmer das Recht, in jedem EU-Mitgliedstaat eine Beschäftigung auszuüben. Das könnte dazu führen, dass sich ausländische Arbeitskräfte in Deutschland zu Dumping-Löhnen anbieten könnten. Was ab Juli für die Arbeitgeberverbände iGZ und BZA (Bundesverband Zeitarbeit) gilt, sollte freilich allgemeinverbindlich für die gesamte Zeitarbeitsbranche werden. Hier sind jetzt die Politiker in der Pflicht.

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