Minderheit an Patienten verzerrt Arztbesuche-Statistik

Eine kleine Minderheit an Patienten ist – wenn man es böse meinen würde – überspitzt dargestellt, verantwortlich für die Praxisgebühr. Diese verzerrt nämlich durch ihre hohe Taktung der Besuche beim Arzt die Arztbesuche-Statistik.

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Sitzen Sie ständig beim Arzt oder gehören Sie eher zu denen, die den Termin beim Mediziner erst in letzter Sekunde machen und einhalten? Warum die Frage? Nun, es zeigte sich, dass die maßlose Anzahl von Arztbesuchen – wegen derer letztlich die Praxisgebühr eingeführt wurde – keinesfalls der Realität der Allgemeinheit entspricht, sondern zurückzuführen ist auf eine Patientenminderheit. Diese verzerrt durch ihre hohe Taktung der Besuche beim Arzt die Arztbesuchestatistik.

Pädagogischer Hintergrund der Praxisgebühr

Vor einigen Jahren wurde die Praxisgebühr eingeführt. Pro Quartal und jeweilige Arztklasse (Arzt, Zahnarzt, Notdienst) müssen vom Patienten zehn Euro beim Arztbesuch abgegeben werden. Diese zehn Euro werden vom Mediziner direkt an die gesetzlichen Krankenkassen weitergeleitet und sollen die belasteten Kassen finanziell stützen. Vor allem aber sollte durch die Zahlung der Praxisgebühr auch die Patienten erzogen werden. Zeigten Statistiken doch, dass der Deutsche schier maßlos ist, wenn es darum geht, von Arzt zu Facharzt oder gar zurück zu hüpfen. Alles Quatsch?

50 Prozent für Zahlen verantwortlich

Jetzt zeigen sich aktuell zwei Dinge: Zum einen ist die Erziehung der Patienten wohl gescheitert. Zum anderen aber wird durch neueste Erhebungen wieder einmal klar, wie unrealistisch die Auswertung von Statistiken doch sein kann. Glaubt man den Zahlen unbesehen, kann man davon ausgehen, dass jeder Deutsche 17 Mal im Jahr ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt. Ne ganze Menge. Das kostet ja neben Geld auch Zeit. Und wer hat die schon? Genau! Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) berichtete diese Woche, dass die Zahl von 17 Arztbesuchen im Schnitt wohl stimmt. Es diesen Deutschen aber gar nicht gibt. Die Hälfte – also 50 Prozent – der Besuche geht auf 16 Prozent der Gesamtpatientenzahl zurück. Und das sind auch keine Facharzthopper, sondern z. B. Dialysepatienten, die mehrmals wöchentlich beim Arzt aufschlagen müssen. Wer jetzt hofft, die Praxisgebühr würde abgeschafft oder gesenkt: Nein! Auf die Kohle will niemand verzichten.

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