Migration und Behinderung

In Deutschland leben viele Menschen aus anderen Ländern. Für diese Menschen mit Migrationshintergrund ist es oft schwer, etwas über die Hilfen für Menschen mit Behinderung zu wissen. Zum Beispiel, weil sie viele noch nicht so gut die deutsche Sprache verstehen. Und weil es nicht genug Informationen in ihrer Sprache gibt.

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Migrantinnen und Migranten in Deutschland verfügen oft nur über mangelnde Informationen über die Versorgungsmöglichkeiten und über Hilfsangebote für behinderte Menschen. Dies hängt zum Teil mit fehlenden Sprachkenntnissen, aber auch mit fehlendem Info-Material zusammen. Nicht selten sind Familienangehörige deshalb überfordert.

Welche Beratungsstelle ist zuständig?

In Deutschland gibt es verschiedene Stellen, an die sich Familien mit behinderten Angehörigen wenden können. Da die meisten Einrichtungen zusammen arbeiten, spielt es meist keine Rolle, ob zuerst eine Beratungsstelle für Migranten oder für Menschen mit Behinderung aufgesucht wird. Wenn die Sprachkenntnisse nicht ausreichen, kann der Besuch einer städtischen Einrichtung eine große Hürde darstellen. Bei Beratungsstellen der Lebenshilfe, der Wohlfahrtsverbände oder der Kirchen finden sich dagegen oft Berater, die türkisch oder russisch sprechen. Das Netzwerk Migration und Behinderung bietet sowohl Informationen und Austausch als auch Bildungsangebote. Darüber hinaus gibt es Selbsthilfegruppen für Migranten mit Behinderung.

Flüchtlinge ohne geregelten Aufenthaltsstatus

Asylbewerber und Migranten ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung haben in der Regel keinen Anspruch auf Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Für Familien mit behinderten Angehörigen ist es daher ratsam, zunächst eine Beratungsstelle für Flüchtlinge aufzusuchen. Betroffene sollten bereits beim ersten Gespräch deutlich machen, dass es nicht um Geldleistungen geht, sondern um Hilfsangebote für ein behindertes Kind. Auch wenn kein Anspruch vorliegt, gibt es Ausnahmen für Härtefälle. In einigen Fällen ist es möglich, dass auch „geduldete“ Flüchtlinge eine Werkstatt für Behinderte besuchen. Andererseits kann es vorkommen, dass Menschen nur auf Grund ihrer Behinderung die Einbürgerung verweigert wird. Auch in diesem Fall sollte eine Beratungsstelle aufgesucht und Einspruch eingelegt werden.

Unterstützung für Mutter und Kind

Familienunterstützende Dienste sind an den Bezug von Eingliederungshilfe gebunden. Wer keinen Anspruch darauf hat, kann Angebote der Vereine und Wohlfahrtsverbände auf eigene Rechnung nutzen. Behinderten Kindern von Muslimen und anderen Religionen stehen in Deutschland auch viele kirchliche Angebote offen. Neben der Beratung und der Vermittlung zu Einrichtungen der Behindertenhilfe werden oft Sprachkurse und Gesprächskreise für Mütter mit behinderten Kindern angeboten sowie Freizeitangebote wie singen, turnen, basteln, nähen, schwimmen oder kochen. Gerade für behinderte Kinder sind die Spielgruppen wichtig, um Freundschaften zu schließen und die deutsche Sprache zu lernen.

Betreuung bis zur Schule

Hauptzielgruppe sind Migranteneltern mit Kindern im Vorschulalter. Das Angebot beginnt mit dem 3. oder 4. Lebensjahr des Kindes und begleitet die Familien bis zum Schuleintritt der Kinder. In der Regel kommen muttersprachliche Beraterinnen auf Wunsch in die Familien und unterstützen bei Fragen der Erziehung und der Alltagsgestaltung.

Hilfe in Problemsituationen

In Schule und Kindergarten gibt es immer wieder Konflikte, die durch mangelhafte Sprachkenntnisse und kulturelle Missverständnisse verschärft werden. Diese sollten auf Elternsprechtagen offen diskutiert werden. Wichtig ist, dass Eltern deutlich sagen, welche Erwartungen sie haben und welche Fortschritte oder Probleme sie bei ihrem Kind beobachten. Erzieher und Lehrer dagegen sind auf die Zusammenarbeit mit Eltern angewiesen, um die spezifischen Probleme von Migrantenfamilien verstehen zu können. Eine Einladung nach Hause kann eine gute Möglichkeit sein, Sitten und Gebräuche kennen zu lernen. Unterstützung bei Konflikten bieten der Familiensozialdienst vor Ort und (Erziehungs-)Beratungsstellen. Für wichtige Gespräche mit Schulen oder Behörden kann ein Dolmetscher engagiert werden, der übersetzt und vermittelt.


Migration und Behinderung

Mit dem Alter stellt sich für viele Menschen die Frage, ob sie wieder zurück in ihre alte Heimat ziehen oder ihren Lebensabend in Deutschland verbringen möchten. Es gibt dabei einige Punkte, die unbedingt beachtet werden sollten: Fragen des Aufenthaltsrechts, behördliche Anträge, Sicherung der Rente und der Krankenversicherung. Hierzu haben die AWO Friedrichshain- Kreuzberg und der Caritasverband Berlin einen Ratgeber zusammen gestellt, der kostenlos als PDF herunter geladen werden kann. Der Ratgeber enthält auch eine Liste mit Senioren-Einrichtungen in Berlin mit türkischem Personal.

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