Mieter ist nicht verpflichtet, in der Wohnung zu wohnen

Ist ein Mieter dazu verpflichtet, in der Wohnung zu wohnen, die er gemietet hat? Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass in einer angemieteten Wohnung auch Hausrat gelagert und verkauft werden darf.

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Es bleibt dem Mieter selbst überlassen, ob er in der gemieteten Wohnung auch lebt. Darüber hinaus kann ein Mieter die Wohnung auch dazu nutzen, um Hausrat zu lagern und dort auch zu verkaufen. So hat zumindest der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden. Nach Ansicht der Richter ist diese Art der Wohnungsnutzung weder eine geschäftliche Tätigkeit noch ein vertragswidriger Gebrauch der Mietsache.

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Einlagerung von Hausrat ist erlaubt

Dem Urteil des BGH liegt ein Fall zugrunde, bei dem der Vermieter das Verhalten seines Mieters unterbinden wollte, da seiner Ansicht nach der Mieter die Räumlichkeiten nicht mehr als Wohnung nutzt.

Der Mieter hatte zusätzlich zu seinem Hauptwohnsitz eine 3-Zimmer-Wohnung angemietet, die im Melderegister als “Nebenwohnung” deklariert wurde. In den drei Zimmern lagerte der Mieter umfangreichen Hausrat, der zum Teil sogar geerbt war. Außerdem bot er die Hausratgegenstände zum Verkauf an und empfing in der Wohnung auch kaufwillige Interessenten.

Der Vermieter wollte seinem Mieter dieses Verhalten aus den oben genannten Gründen verbieten.

Umfang und Gruppierung des Hausrats spielt keine Rolle

In dem Urteil kommen die Richter des BGH zu dem Schluss, dass ein Mieter nicht dazu verpflichtet ist, in der gemieteten Wohnung auch zu leben. Außerdem ist das Vorhandensein von Hausrat eine Nutzung, die für eine Wohnung völlig normal sei.

In welchem Umfang Hausratsgegenstände in einer Wohnung vorhanden sind oder in welcher Form diese dort gruppiert werden, ist völlig unerheblich. Zudem liegt es in der Hand des Mieters, ob er seinen Hausrat auch noch veräußern will.

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