Mehr Patienten-Rechte durch neue Gesetze

Vom gläsernen Patienten zum aufgeklärten Behandlungs-Partner? Was wie ein Traum klingt, soll jetzt dank neuer Gesetze wahr werden. Denn die Regierung will die Patienten-Rechte verbessern.

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Vom 1. Klasse-Patienten träumen viele, davon ein angemessener und vor allem an- und ernstgenommener Partner des behandelnden Arztes zu sein, ist der Wunsch fast aller Deutscher. Aber, wer wird schon aufgeklärt über Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten, wer erfährt, was der Arztbesuch kostet? Jetzt soll alles besser werden. Denn die Regierung will die Patienten-Rechte verbessern.

Gespräche beim Arzt nur am Rand

Der Mann ist Mitte 40 und fühlt sich krank. Was macht er? Auch als gesetzlich Versicherter geht er zum Mediziner. Der überweist zum Radiologen. Und schon hier wird es schwierig. Denn einen Termin fürs MRT (Magnetresonanztherapie) gibt es so schnell nicht. Irgendwann geht’s dann ab ins Krankenhaus. Hier wird Multiple Sklerose diagnostiziert und der akute Schub behandelt. Noch kurz die Info zur Prävention, der Rat schnell zum Neurologen zu gehen und auf Wiedersehen. Beim Neurologen dann gibt’s das Rezept zur Vorsorge und die Aufforderung regelmäßig zur Kontrolle zu kommen. Das war’s. Gespräche und eine umfangreiche Aufklärung zu Untersuchungen und Therapien finden nur am Rand statt. Kosten werden gar nicht angesprochen. Risiken, Alternativen, welche Maßnahmen der Erkrankte selbst noch ergreifen kann – Null!

Der Patient als Ware

Der 40jährige ist nicht der Einzige, dem es so ergeht. Im Gegenteil. Heute ist es fast schon Usus, den Patienten irgendwie als Ware zu betrachten. Nun kommt die Regierung und sagt: Stopp! Mit einem neuen Gesetz, das jetzt schon im Entwurf vorliegt, soll diesem Verhalten Einhalt geboten werden. Dabei wird der Patientenakte eine deutlich höhere Bedeutung zukommen. Die Dokumentation der Untersuchung, Behandlung und Aufklärung wird für Ärzte Pflicht. Vor allem, wenn Therapiekosten nicht von den üblichen Kostenträgern übernommen werden, müssen die Patienten ganz genau darüber informiert werden, wie sich die Arztrechnung zusammensetzen. Auch im Falle von Behandlungsfehlern wird sich einiges ändern. So soll die Beweislast zumindest bei schweren Fehlern zukünftig bei den Ärzten liegen und nicht wie bisher bei dem Patient. Dieser muss nur noch bei kleineren medizinischen „Vergehen“ den Nachweis erbringen.

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