Mehr Macht für den Versicherungsombudsmann

Im Versicherungswesen sind Streitfälle an der Tagesordnung. Damit nicht alle Konflikte vor Gericht landen, wurde 2001 eine Schlichtungsstelle für das Versicherungswesen eingeführt. Dieser so genannte Ombudsmann bekommt jetzt mehr Macht.

Anzeige / Inserat

Versicherungen sind eine schöne Sache. Im Schadensfall springen sie ein und überrnehmen die Regulierung. Ob das die KFZ-Haftpflicht ist oder der Krankenversicherer, Hausrat- oder Lebensversicherung, die Möglichkeiten, sich wirtschaftlich abzusichern sind schier grenzenlos. Nicht immer sind Versicherungsunternehmen und Versicherungsnehmer einer Meinung. Dann kann es zum Rechtstreit kommen. Um dem vorzubeugen und den Verbraucherschutz zu stärken, wurde im Jahr 2001 eine neutrale Schlichtungsstelle gegründet.

Schriftlich muss es sein

Der so genannte Ombudsmann der Versicherungswirtschaft soll in Konfliktsituationen zwischen Versicherung und Versichertem vermitteln und den Gang zum Gericht am besten ganz verhindern. Die neutrale Schlichtungstelle kann man immer dann einschalten, wenn der Streitfall noch nicht anderweitig, z. B. vor dem Kadi gelandet ist. Die Beschwerde muss schriftlich eingereicht werden. Die Zusammenfassung, der zu klärenden Situation plus aller persönlichen Daten (z. B. Name, Anschrift, Geburtsdatum und vor allem Versicherungsnummer) wird dann bei der Schiedsstelle eingereicht. Wichtig ist, dem Schreiben alle relevanten Unterlagen wie z. B. den Versicherungsvertrag, eventuelle Gutachten u. ä. in Kopie beizulegen.

Bis 100.000 Euro darf er

Das Verfahren scheint erfolgreich zu sein. Denn jetzt gibt es eine Neuerung. Durfte der Versicherungsombudsmann bisher Streitfälle bis zu einer Höchstgrenze von 80.000 Euro prüfen, ist ihm das ab sofort bis zu einem Beschwerdewert von 100.000 Euro erlaubt. Für die Versicherungen gilt jetzt, dass Entscheidungen durch den Ombudsmann bis zu einer Summe von 10.000 Euro verbindlich sind. Damit wurde der Betrag verdoppelt (früher 5.000 Euro). Damit wird sich in Zukunft die Arbeit der Versicherungsschlichtungsstelle deutlich erhöhen. Denn allein im Jahr 2009 wurden 18.000 Beschwerden gezählt. 12.700 davon konnten bearbeitet werden. Viele der nicht zulässigen Beschwerden fielen unter die 5.000 Euro Grenze. Das wird sich jetzt ändern.

Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...