Mehr Landärzte braucht das Land

Soziale Brennpunkte und vor allem ländliche Regionen verwaisen immer mehr – zumindest, was die ärztliche Versorgung der dortigen Bevölkerung betrifft. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen fordert deshalb drastische Maßnahmen, um diesen Zustand zu ändern.

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Die Situation in sozialen Brennpunkten und gerade in ländlichen Regionen bezogen auf die ärztliche Versorgung der dortigen Bevölkerung verschlechtert sich zusehends. Um Abhilfe zu schaffen fordert der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen drastische Maßnahmen. Dass diese der Ärzteschaft nicht sonderlich schmecken, davon kann schon im Vorfeld ausgegangen werden, da die hohe Medizinerdichte in den Städten reduziert werden soll.

Jahrzehntealte Privilegien sollen gekappt werden

Damit sich die hohe Medizinerdichte in den Städten verringert, wollen die gesetzlichen Krankenversicherungen jahrzehntealte Privilegien der Ärzteschaft kappen. Hierzu gehören, dass Mediziner ihre kassenärztliche Zulassung nicht mehr verkaufen oder vererben dürfen. Durch den Verfall der Zulassung als Kassenarzt bei Aufgabe der Praxis, soll die Ärztediche in Städten nach und nach gesenkt werden. Im Gegenzug wird es den Ärzten durch Honorarkürzungen erschwert, sich in Ballungsgebieten mit hohem Medizinerfaktor anzusiedeln. Mit diesen Maßnahmen verfolgt der Spitzenverband das eindeutige Ziel, den Anreiz für Ärzte, sich in weniger gut versorgten Regionen niederzulassen, mit Nachdruck zu steigern. Das beträfe dann in erster Linie soziale Brennpunkte und ländliche Gebiete.

Handlungsbedarf ist zwingend notwendig

Bislang liefen sämtliche Maßnahmen der schwarz-gelben Koalition, die Ärzteschaft stärker auf dem Land anzusiedeln, ins Leere. Solange die Problematik mit der Überversorgung in Ballungsgebieten nicht gelöst ist, wird sich an der momentanen Situation auch nichts ändern. Außerdem droht das von Union und FDP verabschiedete Versorgungsgesetzt noch zusätzliche Kosten zu verursachen, falls die vorgeschlagenen Änderungen der gesetzlichen Krankenversicherungen nicht in Angriff genommen werden.

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