Medikamentöse Potenzmittel sind Privatsache

Im Glück und in der Liebe ist alles erlaubt. Auch medikamentöse Potenzmittel. Diese müssen allerdings aus eigener Tasche bezahlt werden. Die Krankenkassen sind hier nicht in der Pflicht.

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Die schönste Nebensache der Welt – nein, nicht Fußball, sondern das andere, ist eine private Angelegenheit. Deshalb ist hier auch jeder seines Glückes Schmied. Wer nicht so kann, wie er möchte und deshalb zu sogenannten Potenzmitteln greift, muss hierfür auch in die eigene Tasche respektive Geldbörse greifen. Die Krankenkassen müssen für die steife Freude am Abend jedenfalls nicht gerade stehen.

Krankheiten sorgen für Schlappheit

Warum es im Bett nicht so klappt, wie es soll, dafür gibt es viele Gründe. Chronischer Stress bei der Abend, Missstimmung im Beziehungsleben, aber auch Erkrankungen wie z. B. Depressionen oder Multiple Sklerose können dazu führen, dass Mann nicht mehr seinen Mann stehen kann. So erging es einem MS-Kranken, der sich selbst half. Er besorgte sich Potenzmittel aus der Apotheke und bezahlte diese auch aus eigener Geldbörse. Im Jahr 2007 dann, reichte er bei seiner gesetzlichen Krankenkasse einen Antrag zur Kostenübernahme ein. Diese sagte allerdings: „Nein, Privatvergnügen muss auch privat gezahlt werden.“

Richter folgen Versicherung

Die rechtliche Begründung ist für die Kasse ganz einfach. Seit 2004 gehören Präparate, bei denen im Wesentlichen die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund steht nicht mehr zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Versicherungen. Der betroffene Mann klagte. Seine Erklärung: Aufgrund einer Behinderung darf kein Mensch benachteiligt werden. Seine Erkrankung aber, käme einer Behinderung gleich. Das Bundessozialgericht in Kassel aber folgte der Rechtfertigung der Krankenkasse. Die Versicherer sind berechtigt Präparate aus der Leistungspflicht herausnehmen, die nicht zur Behandlung lebensbedrohlicher Zustände notwendig seien. Im Falle des Mannes heißt das: Die Potenzmittel müssen weiter aus eigener Kraft besorgt werden (Az.: B1KR10/11R).

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