Markenwerkstatt im Unfallfall – Autoalter ist entscheidend

Unabhängig von der Laufleistung des Autos, muss die gegnerische Autoversicherung im unverschuldeten Unfallfall die Reparatur des Schadens in einer Markenwerkstatt bezahlen, wenn das Auto noch etwas jünger ist.

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Autofahren gehört heute zum Alltag. Man fährt zur Arbeit, zum Einkaufen, ins Kino. Man nimmt das Auto für den Wochenendausflug und den Kindergeburtstag. Da sammeln sich schnell Kilometer auf dem Tacho an, die von der Laufleistung eines Wenigfahrers doch schwer abweichen. Für diese Menschen ist ein Unfall eine Katastrophe. In vielerlei Hinsicht: Zum einen ist das Fortbewegungsmittel erstmal weg, zum anderen muss man sich mit der Versicherung rumschlagen.

Polizei und Augenzeugen

Besonders blöd ist das, wenn man unverschuldet in ein Unfallgeschehen schliddert. Dann kann man noch nicht mal was dafür, hat aber trotzdem die ganze Rennerei und den üblichen Ärger. Sinnvoll ist es dann immer, die Polizei zu rufen und den Schaden ganz genau aufzunehmen. Fotos, Zeugenaussagen, Berichte usw. machen Sinn, wenn man von der gegnerischen Versicherung ausreichend und angemessen entschädigt werden will. Diese weigern sich gern, die Reparatur des Schadens in einer Markenwerkstatt zu begleichen. Häufig wird dann der Tachostand angeführt, der zu hoch scheint, um die Fachreparatur zu rechtfertigen.

Ein Taxifahrer klagte

Dazu gibt es jetzt ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken. Hier weigerte sich die KFZ-Versicherung eine Reparatur in einer Markenwerkstatt zu erstatten, weil das dreijährige Taxi schon eine Laufleistung von 200.000 Kilometern aufwies. Der Taxifahrer klagte und gewann. Denn das Gericht sah das Alter des Fahrzeugs als Maßstab und nicht die Menge der gefahrenen Kilometer. Zumal bei einem so jungen Fahrzeug die Gewährleistungsrechte wegfallen können, wenn man den Wagen in einer freien Werkstatt richten lässt (Az.: 13 S 152/10).

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