Mangel an Ärzten und Pflegern – Deutschland Gesundheitswesen

Bedingt durch die immer höhere Anzahl von älteren Menschen und Pflegebedürftigen und einer immer geringeren Anzahl von Ärzten und Pflegern ist zu erwarten, dass eine flächendeckende Versorgung im Gesundheitswesen nicht mehr gewährleistet werden kann.

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Experten befürchten, dass der drohende Ärzte- und Pflegermangel dazu führt, dass die flächendeckende primärärztliche Versorgung auf Dauer nicht mehr gewährleistet werden kann und fordern eine Neuordnung des Gesundheitswesens. So wurde durch ein Gutachten, welches dem Gesundheitsministerium vorgelegt wurde, belegt, dass es bereits heute zu wenige Hausärzte gibt.

Zahl der Pflegebedürftigen steigt

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird laut Prognosen von 2,1 Million auf ca. 4,4 Millionen im Jahr 2050 zunehmen und auch bedingt durch die immer zahlreicheren älteren Menschen in Deutschland steigt die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. Nicht nur, dass die Zahl der für die Versorgung zur Verfügung stehenden Menschen geringer wird, auch sollte eine besser auf die Bedürfnisse abgestimmte Pflege erfolgen. Hier werden vor allem die Koordinationsmängel für eine optimale Versorgung bemängelt.

Riskante Medikamente

In dem Gutachten aufgeführt haben die Sachverständigen ebenso, dass Kinder und Senioren unnötig oft sehr viele, auch riskante Medikamente erhalten, wobei bei den über 65-jährigen 35 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen neun oder mehr Wirkstoffe als Dauertherapie erhalten. Es gibt bisher sehr wenige Leitlinien, die sich auf Patienten mit mehreren chronischen Erkrankungen beziehen. Die Wechselwirkung von Medikamenten ist kritisch und es wird daher die Einführung einer Liste mit problematischen Mitteln gefordert.

Psycho-Stimulanzien

Kinder bekommen oft unbegründet Psycho-Stimulanzien sowie Antibiotika bei Infektionen und Viren. Es wird angeraten der immer größeren Zahl von Minderjährigen mit ADHS-Syndrom mehr Therapien statt Arzneimitteln zu verordnen. Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Eberhard Wille, plädiert für ein Zukunftskonzept, bei dem Ärzte, Kliniken und Apotheker stärker nach dem Bedarf und nicht mehr nach den einzelnen Behandlungen und Diagnosen bezahlt werden, denn Ärzte verdienten dann nicht mehr an den Kranken, sondern an den Gesunden. Eine bessere Gesamtkoordination des Gesundheitswesens soll dafür sorgen, dass für die einzelnen Patienten mehr Zeit zur Verfügung steht und diese besser betreut werden.

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