Lohnt sich ein offener Immobilienfonds noch?
Verwaiste Büroräume, leerstehende Lagerhallen und verlassene Ladengeschäfte – kein Wunder werden immer mehr Immobilienfonds vom Glückstreffer zum Problemkind und viele fragen sich ob sich diese Art Fonds noch lohnt.
Ein offener Immobilienfond ist eine gute Anlagemöglichkeit auch für Menschen mit weniger umfangreichen finanziellen Mitteln. Auch Kleinanleger sollen hier die Möglichkeit bekommen, einen hübschen Reibach zu machen. Dabei investieren die Anleger in ein Grundstücks-Sondervermögen. Verwaltet und betreut wird die Anlage von einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG), die wiederum durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kontrolliert wird. Bei Immobilienfonds werden hauptsächlich in Gewerbeimmobilien investiert wie zum Beispiel Bürohäuser, Ladengeschäfte oder Lagerräume. Dabei wird auf eine Wertsteigerung gesetzt, wodurch dann auch die Mieterträge erhöht werden sollen und schöne Erträge in Aussicht gestellt werden.
Flüssig oder eingefroren? Damit der Fonds auch finanziell flüssig bleibt, gibt es eine so genannte Liquiditätsreserve, die Minimum fünf Prozent des Gesamtvermögens des Fonds betragen muss. Sinken die „Vorsorgemittel“ unter diese Grenze wird der Immobilienfond vorübergehend geschlossen. Das bedeutet für den Anleger, dass er seine Fondsanteile für mindestens drei Monate nicht zurückgeben kann – man spricht vom „Einfrieren“. Der Fond bleibt zwar bestehen, aber es können weder Anteile verkauft noch gekauft werden.
Aktuelle Krise Derzeit ist es leider so, dass immer mehr Gewerbeimmobilien leer stehen. Büros, Ladengeschäfte und Lagerräume erfahren Abwertungen. Die Bilanzen sehen nicht gut aus. So auch ganz aktuell die des „Reef America Reit III“ Fond, an dem die Deutsche Bank zehn Prozent der Anteile hält. Er musste einen 65-Prozent-Verlust einstecken. Restrukturierungsmaßnahmen mit Investoren, Kreditgebern und der Deutschen Bank wurden aber schon beschlossen. Zum Glück sind in diesem Fall wohl keine Privatinvestoren betroffen.
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