Leihwagen nach Unfall Kosten Unfallersatztarif

Wer unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt wird, holt sich dann auch meistens einen Leihwagen. Die Vermieter dieser Leihwagen rechnen oft nach dem Unfallersatztarif ab, der zum Teil wesentlich über dem Normaltarif liegt. Über diese höheren Kosten muss der Mieter aufgeklärt werden BGH 21.11.2007 XII ZR 128/05.

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Viele der Autofahrer haben schon mal nach einem unverschuldeten Unfall mit dem Auto sich bei einer Firma einen Leihwagen geholt. Und so einigen Autofahrern hat es auch durchaus gefallen, dass sie für die Dauer der Reparatur einen etwas größeren Wagen fahren konnten. Oft kam dann die Ernüchterung wenn die gegnerischer Autoversicherung nicht alles bezahlt was die Leihwagen Firma berechnet hat. Nicht selten musste der Autofahrer dann die Differenz aus der eigenen Tasche bezahlen.

Gleichwertig aber höhere Kosten

Allerdings werden auch bei einem gleichwertigen Leihwagen von den Autovermietungen höhere Kosten manchmal berechnet. Die gegnerische KFZ Versicherung muss grundsätzlich dem Geschädigten die Kosten für den Leihwagen ersetzen doch die Autovermietungen berechnen nicht selten durch den höheren Verwaltungsaufwand einen höheren Tarif mit den Versicherern ab, den so bezeichneten Unfallersatztarif. Dazu gibt es nun auch ein Urteil wo der Bundesgerichtshof im November 2007 (BGH 21.11.2007 XII ZR 128/05) entschieden hat, dass eine Autovermietung, die einen Leihwagen zu diesem Unfallersatztarif vermietet, der oftmals deutlich höher ist als der Normaltarif, den Mieter darüber aufklären muss, dass die gegnerische KFZ Haftpflichtversicherung unter Umständen nicht den vollen Satz erstattet. Ansonsten bleibt er auf den Kosten sitzen, die über den Normaltarif hinausgehen wenn die Haftpflichtversicherung nicht bezahlt.

Urteil BGH

Wie hoch die Differenz sein kann, zeigt der verhandelte Fall vor dem Bundesgerichtshof: Im Juli 2003 wurde der später Beklagte unverschuldet in einen Unfall verwickelt, wo sein Auto beschädigt wurde. Am gleichen Tag hat der Beklagte dann sich einen Leihwagen geholt bei der Mietwagen Firma zum Unfallersatztarif und berechnete dafür 3141,17 Euro. Die gegnerische Haftpflichtversicherung übernahm davon nur 979,92 Euro, den Betrag der von dem Vermieter im Internet angeboten wurde. Der Vermieter verklagte daraufhin den Mieter des Fahrzeugs auf die Zahlung des Differenzbetrages von 2161,26 Euro und verlor vor dem Bundesgerichtshof. Der Vermieter muss zwar nicht über verschiedene Tarife und billigere Angebote der Konkurrenz aufklären aber er muss den Mieter darüber informieren, dass die Haftpflichtversicherung unter Umständen den Unfallersatztarif nicht vollständig bezahlt.

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