Lebensversicherung für Soldaten – Hintergrund Afghanistan

Inzwischen sind es schon 35 Soldaten die im Einsatz in Afghanistan ihr Leben lassen mussten, haben die Soldaten eine Lebensversicherung wird diese nicht immer ausbezahlt.

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Durch den Tod von inzwischen 35 deutschen Soldaten in Afghanistan kommt die Lebensversicherung in den Blickpunkt, weil von einigen Versicherern die Leistung an die Hinterbliebenen verweigert wird.

Todesfälle in Afghanistan

Der Versorgungsexperte bei der Interessenvertretung der deutschen Soldaten Wilfred Arntz-Kohl befürchtet sogar dass wenn die Todesfällt in Afghanistan sich noch steigern auch andere Versicherungsgesellschaften so verhalten könnten. In der FTD wird weiter berichtet dass der Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) die Situation in Afghanistan nicht als Krieg bezeichnen möchte, wobei den Versicherungsunternehmen die offizielle Bezeichnung weitgehend egal ist.

Passives oder aktives Kriegsrisiko

Für die Versicherung ist es entscheidend ob der verstorbene Soldat einem passiven oder aktiven Kriegsrisiko ausgesetzt war. Bei einem passiven Kriegsrisiko wird die Leistung aus einer Lebensversicherung ausbezahlt, ein passives Kriegsrisiko ist es dann wenn ein Soldat nur zufällig in Kämpfe geraten ist.
Bei einer aktiven Beteiligung des Soldaten, wie bei einem Angriff auf feindliche Stellungen, kann die Versicherung die Auszahlung mit dem Hinweis auf die aktive Beteiligung des Soldaten verweigern. Dann gibt es bei der Risikolebensversicherung nichts und bei der Kapitalbildenden Lebensversicherung nur den Rückkaufswert zurück.

Dienstherr schützt seine Soldaten

Nun wird vom Bundeswehrverband beklagt das manche Versicherungen Afghanistan komplett zur aktiven Risikozone erklärt haben, selbst wenn nicht alle Soldaten an aktiven Kämpfen beteiligt sind. Der Dienstherr schützt zwar seine Soldaten und wenn es unklar ist ob passiv oder aktiv geht der Dienstherr sogar in Vorleistung und klärt den genauen Sachverhalt mit der Versicherung ab und wenn diese die Leistung verweigert springt der Bund im Rahmen einer Ausfallbürgschaft ein. Allerdings müssen dafür bestimmt Bedingungen erfüllt sein, beispielsweise muss der Soldat selbst Versicherungsnehmer sein und auch die Beiträge selbst bezahlen. Wie die FTD schreibt haben wohl früher öfters die Partnerin die Lebensversicherung auf sich abgeschlossen um im Fall des Falles Erbschaftssteuern zu sparen. Außerdem zahlt der Bund nur an natürlich Personen, dies bedeutet dass die Lebensversicherung nicht abgetreten sein darf, zum Beispiel für eine Baufinanzierung.

Verband ist auf der Suche

Es ist interessant dass in Frankreich für Soldaten umfassende Leistungen von den Versicherungsunternehmen angeboten werden wo nicht unterschieden wird zwischen aktiven und passiver Beteiligung. Der Verband ist nun auf der Suche nach Kooperationspartner aber besser wäre es natürlich wenn die deutschen Versicherer da ein wenig Kulanz zeigen, denn für die Hinterbliebenen ist sicher der Todesfall schon genug Belastung dazu müssen nicht unbedingt noch finanzielle Probleme hinzukommen, wenn die Soldaten vorgesorgt haben oder besser gedacht haben dass sie vorsorgen.

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