Künstlersozialabgabe auch für den Einsatz freier Fotografen

Unternehmen, die regelmäßig Aufträge an selbstständige Fotografen vergeben und die Fotos z. B. zu Werbezwecken nutzen, müssen eine Künstlersozialabgabe zahlen.

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Das Künstlersozialversicherungsgesetz wurde im Jahr 1983 in Kraft gesetzt. Es dient bis heute dazu, Künstler sozial abzusichern. Dafür übernimmt die KSK die Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung, aber auch Renten- und Arbeitslosenversicherung anteilig. Dadurch wird die Versicherung für den Künstler bezahlbar. Finanziert wird die Leistung der Künstlersozialkasse zum Teil aus Bundeszuschüssen und zum anderen durch die so genannte Künstlersozialabgabe.

Absicherung für Künstler

Die Künstlersozialabgabe wird von Unternehmen gefordert, die die Leistungen von freischaffenden Künstlern in Anspruch nehmen. Dabei ist die Definition des Begriffes Künstler einigermaßen weitgefächert. Jeder Einzelfall wird von der Künstlersozialkasse geprüft. Das ist nicht immer einfach, denn unsere Gesellschaft hat sich deutlich verändert. So werden heute z. B. auch freie Grafiker, Webdesigner oder auch Fotografen als Künstler bezeichnet, die früher vielleicht noch unter den Begriff Handwerker oder Dienstleister gefallen wären.

Handwerk oder Kunst?

Diese Diskrepanz zwischen Kunst und Handwerk wollte sich ein Unternehmen zu nutze machen, um um die Zahlung der Künstlersozialabgabe rumzukommen. In diesem speziellen Fall, beauftragte die Firma regelmäßig zwei selbstständige Fotografen mit der Aufnahme von Bildern zu Werbezwecken und Verpackungsdesigns. Einer der beiden Künstler hatte einen Fotografiebetrieb und war als Fotomeister bei der Handwerkskammer eingetragen. Dennoch beschäftigten sich die beiden Fotografen weitgehend mit Modefotografie. Über die Künstlersozialkasse waren sie nicht versichert.

Betriebsprüfung

Durch eine Betriebsprüfung wurde der Rentenversicherungsträger auf die Auftragsvergaben aufmerksam; die auftragsvergebende Firma sollte nun die Künstlersozialabgabe in Höhe von 4.500 Euro für die vergangenen Jahre bezahlen. Diese wehrte sich gerichtlich und gab zu ihrer Verteidigung an, die Fotografen seien als Handwerker und nicht als Künster unterwegs, da sie weder Ausstellungen durchführten, keine Mitglieder in einem Kunstverein seien und auch in keinem Künstlerlexikon zu finden seien. Das Bundessozialgericht entschied anders: „…die Ausbildung eines Werbefotografen als Fotohandwerker steht der Einstufung als bildender Künstler im Sinn vom Künstlersozialversicherungsgesetz nicht entgegen, wenn er als Werbefotograf das handwerkliche Berufsfeld verlässt.“ Die klagende Firma musste die Abgaben nachzahlen (Az.: B 3 KS 1/10 R).

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