Kündigung trotz Krankheit möglich

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube: Wenn ich krank bin, kann ich meinen Arbeitsplatz nicht verlieren. Das ist falsch. Eine Kündigung ist auch trotz Krankheit möglich.

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Spinat ist besonders reich an Eisen. Haare wachsen schneller, wenn man sie häufig schneidet und den Arbeitsplatz kann man nicht verlieren, wenn man krank geschrieben ist. Was all diese Aussagen gemein haben? Es handelt sich um populäre Irrtümer. Vor allem im Zusammenhang mit Krankheit und Kündigung kann das Falschwissen fatale Folgen haben. Denn ein Arbeitgeber kann seinen Arbeitnehmer selbstverständlich trotz des gelben Krankenscheins kündigen.

Wirtschaftlicher und personeller Schaden

Kranke Mitarbeiter können die wirtschaftliche Zukunft eines Unternehmens ganz schön belasten. Wer für lange Zeit nicht mehr einsatzfähig ist, kann gerade auch in kleineren Firmen sogar zu einer finanziellen Schieflage des Arbeitgebers führen. Die lang andauernde Beschäftigung von Aushilfen, die Umstrukturierung von Arbeitsabläufen, Überstunden der „gesunden“ Mitarbeiter – all das ist auf Dauer für Arbeitgeber nicht zumutbar. Deshalb ist es in bestimmten Fällen durchaus möglich, dass eine Kündigung sogar wegen einer Erkrankung möglich ist.

Arbeitgeber muss sich „sozial rechtfertigen“

Aufgrund des Kündigungsschutzgesetzes in Deutschland ist es aber natürlich nicht ganz einfach für ein Unternehmen, erkrankte Mitarbeiter vor die Tür und ins persönliche Krankenlager zu schicken. Sie ist aber dann möglich, wenn es überdurchschnittlich häufig zu kurzen Erkrankungen kommt, der Mitarbeiter auf unabsehbare Zeit krank bleibt oder aber seine Leistungsfähigkeit dauerhaft beschränkt sein wird. Und selbst dann, muss der Arbeitgeber die soziale Rechtfertigung überprüfen lassen. Diese erfolgt in drei Schritten.

1. Der Arbeitgeber muss die negative Gesundheitsprognose stellen können und deutlich machen, dass damit die Fehlzeiten wegen Krankheit bestehen bleiben werden.

2. Der Arbeitsablauf muss aufgrund des Fernbleibens vom Arbeitsplatz massiv gestört sein; wirtschaftliche Schäden aufgrund der Erkrankung können eine Kündigung bei Krankheit ebenfalls rechtfertigen.

3. Ist die Weiterbeschäftigung des erkrankten Mitarbeiters für den Arbeitgeber aus den vorangestellten Gründen nicht mehr zumutbar, wird einer Kündigung während Krankheit auch vor dem Arbeitsgericht meist stattgegeben.

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