Kündigung in Probezeit trotz Krankmeldung möglich

Wer einen neuen Job annimmt, unterliegt in der Regel einer drei- bis sechsmonatigen Probezeit. Eine Kündigung ist in dieser Zeit auch trotz Krankheit möglich.

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Endlich, der neue Job steht vor der Tür. Nach langer Suche und vielen Vorstellungsgesprächen hat es schließlich doch noch geklappt. Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben, die obligatorische Probezeit inklusive. In aller Regel beträgt diese zwischen drei und sechs Monaten. Sie dient letztendlich dazu, dass sich Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer davon überzeugen können, dass der Arbeitsplatz bzw. der neue Mitarbeiter auch wirklich der richtige ist.

Probezeit kann nicht verlängert werden

Innerhalb dieser Zeit ist der Kündigungsschutz für den Angestellten sehr eingeschränkt. Denn hier kann der Arbeitsvertrag meist – von beiden Seiten – innerhalb zwei Wochen zu jedem Wochentag gekündigt werden. Und das, ohne das ein Grund für die Entscheidung angegeben werden muss. In der heutigen Zeit, ist diese Phase der Neubeschäftigung für die meisten neuen Angestellten geprägt von der Sorge, dass die Probezeit möglicherweise nicht „überstanden“ wird. Schlaue Arbeitgeber versuchen übrigens immer wieder die Probezeit im Nachhinein noch zu verlängern. Das ist allerdings rechtlich nicht möglich. Grundsätzlich gilt die im Vertrag ursprünglich vereinbarte Dauer.

Ausnahme Krankheitsfall

Eine Ausnahme ist die Verlängerung wegen Krankheit. Fehlt ein Mitarbeiter während der Probezeit mehr als zehn Tage, kann dieser Zeitraum am Ende noch angehängt werden, da dem Chef sonst ja die Zeit zur „Prüfung“ fehlen würde. Was viele nicht wissen ist, dass einem Mitarbeiter in der Probezeit auch während einer Krankmeldung gekündigt werden kann. Hier ist für den Arbeitgeber aber der richtige Zeitpunkt zu bedenken. Kündigt man nämlich „aus Anlass der Arbeitsunfähigkeit“ (§ 8 EFZG, Entgeltfortzahlungsgesetz), muss die Lohnfortzahlung bis zum Ende der Arbeitsunfähigkeit gewährleistet sein. Kann man als Arbeitgeber aber nachweisen, dass die Kündigung in der Probezeit nichts mit der Krankschreibung zu tun hat, sondern im Mitarbeiter und seiner Arbeit begründet liegt, gilt die ganz normale Kündigungsregelung.

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