Krankenversicherung im Praktikum

Wer heute studiert oder auch nur eine Ausbildung macht, muss meist ein Praktikum absolvieren. Je nach Zeitpunkt, Art und Vergütung braucht der Absolvent eine Krankenversicherung.

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Wir leben in der Generation Praktikum. Wer heute ein Studium absolviert, eine Ausbildung macht oder auch nur den Arbeitsplatz wechseln will, muss häufig ein Praktikum durchlaufen. Hier sollen die Fähigkeiten des Praktikanten überprüft und vertieft oder aber theoretisches Wissen praktisch umgesetzt werden. Kritiker sagen, dass die Praktikanten einfach nur billige Arbeitskräfte sind.

Unwissen schützt vor Nachteilen nicht

Vor Antritt eines Praktikums ist es für den Praktikanten wichtig, sich über seine Krankenversicherungspflicht zu informieren. Wer z. B. als unter 25jähriger automatisch davon ausgeht, dass er in der Familienversicherung der Eltern weiterversichert ist, gerät schnell in eine finanzielle Bredouille. Denn je nachdem, ob das Praktikum Teil der Ausbildung ist, freiwillig gemacht wird, ob es bezahlt wird oder man unentgeltlich schuftet, ist man verpflichtet, sich selbst zu versichern.

Die Regelungen sind von Fall zu Fall verschieden

Glück hat in der Tat der Praktikant, der ein freiwilliges und unbezahltes Praktikum absolviert, dessen Eltern in der gesetzlichen Versicherung sind und 25 Jahre alt ist. Er bleibt beitragsfrei über die Familienversicherung im Krankheitsfall abgesichert. Anders ist das schon, wenn die Eltern privat versichert sind, der Praktikant älter als 25 Jahre ist oder er mehr als 355 Euro monatlich verdient. Hier gilt die Regel, dass man bis 400 Euro als geringfügig Beschäftigter gilt, die Kosten der Sozialversicherungen übernehmen in diesem Fall die Arbeitgeber pauschal. Bei über 400 Euro Entgelt teilen sich Arbeitgeber und Praktikant die Kosten, wobei sich die Anteile nach der Gleitzonenregelung richten. Wer mehr als 800 Euro verdient, gilt als Arbeitnehmer und unterliegt der Versicherungspflicht.

Versicherungsfrei bis zu 325 Euro

Bei Pflichtpraktika vor oder nach dem Studium ist der Praktikant versicherungsfrei bis zu 325 Euro Entgelt. Wird mehr bezahlt, werden die Sozialversicherungsbeiträge wieder zwischen Praktikant und Arbeitgeber geteilt, unabhängig allerdings von der Gleitzonenregelung. Wird ein solches Praktikum nicht entlohnt und sind die Eltern nicht gesetzlich versichert, muss der Student selbst zahlen. Und das sind nur einige der gängigen Regeln. Deshalb ist jedem Praktikanten angeraten, sich vor Antritt des Praktikums mit der Krankenversicherung in Verbindung zu setzen und den individuellen Fall zu klären.

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