Krankenkassen zahlen Läusemittel bei Kindern

Kopfläuse stehen auf der Liste der Infektionskrankheiten bei Kindern auf Platz zwei. Die Läusemittel bezahlen die Kassen. Allerdings nur bei Kindern.

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Es krabbelt wieder. Alle Jahre wieder – gerne nach Sommer- oder auch Herbstferien – nisten sie sich wieder auf den Köpfen unserer Kinder ein. Die Rede ist von Läusen. Dabei ist den fiesen Viechern vollkommen egal, ob jemand besonders reinlich ist, wie viel Geld die Eltern verdienen, was sie von Beruf sind und ob die lieben Kleinen, Grund-, Haupt-, Realschule oder Gymnasium besuchen. Sie machen keine Unterschiede, Hauptsache das Blut schmeckt.

Stofftiere ins Eisfach

Die meisten Mütter drehen am Rad, wenn sie aus Schule oder Kindergarten die Nachricht bekommen, dass die ersten Kopflausfälle aufgetreten sind. Denn der Aufwand, den es benötigt um die Plagegeister wieder los zu werden ist vor allem für die Hausfrau riesig. Die Kinder müssen mit den richtigen Mitteln behandelt werden. Kleidung, Bettzeug und Handtücher müssen bei mindestens 60 Grad in die Waschmaschine und Stofftiere gehören – natürlich gegen den Willen des Nachwuchses – für mindestens zwei Wochen luftdicht verpackt in den Keller oder auf den Balkon. Alternativ kann man sie auch im Eisfach entlausen. Keine der beiden Methoden ist übrigens für die verlausten Kinder geeignet.


Zwei Wirkstoffvarianten

Für diese gibt es derzeit zwei Wirkstoffvarianten, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Das sind zum einen Mittel, die durch bestimmte Insektenvernichtungsmittel wirken und die Biester vergiften. Für den Menschen sind diese zwar weitgehend ungefährlich, können aber zumindest zu Hautreizungen oder allergischen Reaktionen führen. Zum anderen gibt es jetzt den physikalischen Weg. Der Wirkstoff Dimeticon ist silikonähnlich und erstickt die Läuse. Beide Mittel sind nicht ganz günstig. Wer die ganze Familie behandeln will – mit Vater, Mutter und Kind – ist schnell an die 100 Euro los. Und das zwei Mal, denn die Behandlung muss immer acht bis zehn Tage nach der Erstbehandlung wiederholt werden. Sonst überleben die Nissen (Läuseeier), die Läuse schlüpfen wieder und der ganze Tanz geht von vorne los. Seit 2008 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für beide Therapievarianten. Allerdings nur für die lieben Kleinen. Und das auch nur bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, also dem Geburtstag. Es sei denn, dass Kind hat eine Entwicklungsstörung, dann hat die Kasse bis zum 18. Geburtstag ein Einsehen. Für alle anderen sind Läuse nicht nur ein zweifelhaftes, sondern auch teures Vergnügen.

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One thought on “Krankenkassen zahlen Läusemittel bei Kindern

  1. Kommentar Autor
    sehrbösemutter
    Ein Kommentar

    ah ja. bis zum vollendeten 12. lebensjahr. oder bis zum 18. lebensjahr, wenn das kind eine entwicklungsstörung hat?!
    weil läuse dann nicht mehr die kinder ab 13 befallen?
    weil ich meinem kind dann eine bratpfanne auf den kopf gebe, damit es eine entwicklungsstörung hat????

    ich muss diese prozedur jährlich mind. 3x durchmachen, weil andere eltern nicht in der lage sind die abhilfe bei diesem läusephänomen zu schaffen, sei es, weil sie es nicht ernst nehmen, weil sie zu alternativen wie quarkpackungen (ich lach mich kaputt, wenn es mich im endeffekt nicht soviel kosten würde!!!) greifen, oder weil sie schlicht und einfach nicht die finanziellen mittel haben! WTF?????!!!!!
    was soll das?!

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