Krankenkassen übernehmen Schwangerschaftsabbruch

Immer wieder werden Mädchen und Frauen ungewollt schwanger. In bestimmten Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch.

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Das Mädchen war gerade 17 Jahre alt geworden und stand kurz vor ihrem Schulabschluss, da bemerkte sie Dinge an sich, die sie so nicht kannte. Ihr Körper veränderte sich. Und dann blieb auch noch ihre Regel aus. Einigermaßen panisch besorgte sie sich einen der günstigen Schwangerschaftsstests in der Drogerie. Und der war – sehr zu ihrem Entsetzen – positiv. Sie fühlte sich zu jung, ihren Freund hatte sie gerade erst verlassen, sie hatte ganz andere Pläne. Was tun? Ein Schwangerschaftsabbruch war für sie der einzig gangbare Weg. Aber ist das nicht eigentlich verboten? Und wer übernimmt die Kosten?

Rechtswidrig, aber straffrei

Viele Fragen, viele Antworten. Zur rechtlichen Situation gibt es heute einigermaßen klare Regelungen. Gibt es eine medizinische oder kriminologische Indikation (z. B. nach Vergewaltigung) ist eine Abtreibung heute nicht mehr rechswidrig. Ein Schwangerschaftsabbruch aus medizinischen Gründen ist auch nach der 12. Woche noch möglich, in kriminologischen Fällen gilt die 12-Wochen-Frist nach Befruchtung. Als rechtswidrig, aber dennoch straffrei gilt ein Abbruch dann, wenn er nach der Beratungsregelung durchgeführt wird. Die Betroffene muss sich hier professionell z. B. durch Pro Familia beraten lassen. Nach der Beratung müssen drei Tage vergehen, bis die Frau sich dem Eingriff unterzieht, allerdings muss der Zeitpunkt des Abbruchs ebenfalls innerhalb von 12 Wochen nach der Empfängis durchgeführt werden.

Vollständige Kostenübernahme

Wer aber zahlt nun eigentlich die Kosten für eine Schwangerschaftsunterbrechung? Bei gesetzlich Versicherten wird der Eingriff vollständig übernommen, wenn eine medizinische oder kriminologische Indikation vorliegt. Durchgeführt werden muss der Abbruch von einer Einrichtung, die sowohl den Eingriff selbst wie auch die Nachsorge übernehmen kann (z. B. ein Krankenhaus). Wer sich nach der Beratungsregelung für eine Unterbrechung entscheidet, muss die Kosten dafür selbst tragen. Die Kosten für die ärztliche Aufklärung über den Eingriff und die Behandlung nach möglichen Komplikationen werden dann aber wieder von den Kassen übernommen.

Ausnahmen

Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: So sind die gesetzlichen Kassen verpflichtet die Kosten bei Geringverdienern, die unterhalb einer bestimmten Einkommensgrenze liegen oder z. B. Sozial- oder Arbeitslosenhilfe, BAföG und ähnliches erhalten, auf Antrag ebenfalls zu übernehmen. Anders ist das bei den privaten Krankenversicherern. Sie übernehmen die Kosten meist nur im Falle einer medizinischen oder kriminologischen Indikation.

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