Krankenkassen können bei Medikamenten sparen

Generika sind nicht selten genauso gut wie das Original, die Krankenkassen könnten bei den Medikamenten erheblich sparen.

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Eine Studie des gesetzlichen Krankenversicherers TK zeigt, dass Einsparungen im Gesundheitsbereich in Milliardenhöhe möglich sind.
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Älter, nicht gesünder
Unser Gesundheitssystem kommt nicht zur Ruhe. Und das hat verschiedene Gründe. Zum Beispiel werden Menschen in unserem Land zwar älter, aber nicht unbedingt gesünder. Und wer krank ist, geht zum Arzt. Und was macht der? Der verschreibt ein Medikament. Jetzt zeigt eine Studie zu Arzneimittel-Verordnungen der gesetzlichen Techniker Krankenkasse, dass gerade in diesem Bereich enorme Einsparungen möglich sind.
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Patentgeschützt, aber ohne Zusatznutzen
Das Team um Professor Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Uni Bremen kam zusammen mit der Techniker Krankenkasse (TK) in seinem sogenannten Bestandsmarktreport 2014 zu dem Schluss, dass patentgeschützte Medikamente oft keinen Zusatznutzen haben. 17 Wirkstoffe wurden bei der Untersuchung genau unter die Lupe genommen. Darunter auch neue Mittel gegen Diabetes und Blutgerinnungshemmer. Dr. Gerd Glaeske resümiert ganz klar: „Keiner der untersuchten Wirkstoffe hat es in der Ampel-Bewertung auf ‚grün‘ geschafft. Die Präparate sind sehr teuer, haben häufig aber gegenüber bisher verfügbaren Mitteln keinen wesentlichen Zusatznutzen für den Patienten. Damit sind auch höhere Preise nicht gerechtfertigt.“
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Nicht nur der Gesetzgeber ist gefragt
Einsparpotenzial ist nun aber nicht allein durch eine Änderung der Verschreibungspraktiken von Ärzten möglich. Laut dem Versicherungsunternehmen sollten Pharmaunternehmen nur für Präparate mit einem Zusatznutzen einen höheren Preis verlangen dürfen. Und das gilt nicht nur für Medikamente, die neu eingeführt werden, sondern auch für schon bewährte Präparate. Deren Bewertung ist an sich auch die Aufgabe der frühen Nutzenbewertung, die der Gesetzgeber mit dem sogenannten Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) eingeführt hat. Leider werden hier nur neue Arzneimittel bewertet, bereits auf dem Markt befindliche Mittel werden nicht in Augenschein genommen. Viele günstigere Mittel – oft sogenannte Generika – sind aber genauso gut für die Behandlung einer Erkrankung, aber eben besser für unser aller Geldbeutel. Hier ist also ein Umdenken notwendig, vom Arzt, den Pharmaunternehmen, dem Gesetzgeber, aber auch vom Patienten. Der vielleicht auch mal fragen könnte: „Gibt’s da auch was günstigeres?“

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