Krankenkassen belastet durch Angehörigenpflege

Viele alte Menschen werden heute zu Hause von Angehörigen gepflegt. Die Belastung der Pflegenden belastet auch die Krankenkassen.

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Ihr Leben lang war sie für ihre Familie da. Jetzt ist sie alt und krank. Für ihre Angehörigen ist es selbstverständlich: Oma wird zu Hause gepflegt. Und anfangs geht das auch noch gut. In den ersten Jahren war die alte Dame ja noch mobil. Manchmal hat sie sogar helfen können; beim Kochen und Aufräumen. Auch die Körperpflege war kein Problem. Aber dann wurde alles anders.

Erschreckende Studie

Die Demenz schlich sich ins Leben. Immer wieder vergaß Oma jetzt wichtige Dinge. Sie ging spazieren und kam erst Stunden später nach Hause, an der Hand eines Polizisten. Sie hatte sich verlaufen und wusste nicht mehr, wo sie wohnte. In der Zwischenzeit braucht sie eine Rundumbetreuung. Waschen, essen, Medikamente einnehmen, der Toilettengang – für alles muss jemand zur Verfügung stehen. In den meisten Fällen ist es die Frau des Hauses, die die Last der Pflege im eigenen Heim tragen muss. Und das geht auf Kosten der Gesundheit der familiären Pflegekraft. Das zeigt jetzt eine Studie der Siemens-Betriebskrankenkasse. Und die Ergebnisse sind erschreckend.

Die Zahl steigt

Die familiären Pflegekräfte leiden meist unter einer Doppel-, wenn nicht gar einer Dreifachbelastung. Sie hetzen zwischen Haushalt, Arbeit und Pflege hin und her. Darunter leidet die Gesundheit massiv. Vor allem chronische Erkrankungen wie Rückenprobleme und psychische behandlungsintensive Probleme wie z. B. das allseits bekannte Burn-Out-Syndrom sind die Folge. Auch Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magenprobleme und Infekte kommen bei den Betreungspersonen deutlich häufiger vor, als beim Rest der Republik. Insgesamt spricht die Betriebskrankenkasse von 18 Prozent Mehrausgaben, die für pflegende Angehörige anfallen. Ausgaben, die die Krankenkassen finanziell belasten. Und die in den nächsten Jahren kaum weniger werden. Waren im Jahr 2010 immerhin 2,4 Millionen Menschen pflegebedürftig wird die Zahl bis zum Jahr 2030 auf voraussichtlich 3,4 Millionen steigen.


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